Die Stadtverwaltung hat der Organisation Slow Food als erstes öffentliches Areal den „Bunkergarten“ neben dem Musikhaus „Wilhelm 13“ für fünf Jahre zur Verfügung gestellt. Fragen dazu an Hans Schröder (Bild), Leiter des Fachdienstes Stadtgrün.

Warum sollen die Oldenburger auf einer öffentlichen Fläche zu Spaten und Gießkanne greifen, Erde umgraben und Samen in den Boden drücken?

SchröderBeim Urban Gardening haben Bürger die Chance, öffentlichen Raum für eine natürliche Nutzung zurückzugewinnen. Das Thema bekommt dadurch eine besondere Aufmerksamkeit. Die Fläche an der Leo-Trepp-Straße ist aus unserer Sicht dafür gut geeignet.

Was versprechen Sie sich vom Urban Gardening? Warum unterstützt die Stadt diese Gartenbewegung?

SchröderWir finden es gut, wenn Bürger den öffentlichen Raum wahrnehmen und nutzen. Der Test mit der Fläche des Bunkergartens ist im Vorjahr erfolgreich verlaufen. Die Initiatoren waren sehr bemüht, auf Nachbarn zuzugehen. Der Gemeinschaftsgarten wurde von allen als Bereicherung empfunden. Deshalb haben wir gerne einer fünfjährigen Nutzungsdauer zugestimmt.

Urban Gardening ist vor allem in Großstädten ein Thema, weil Menschen dort keine Chance auf ein Gartenerlebnis haben. In Oldenburg mit seinen vielen Einfamilienhäusern ist das anders. Sehen Sie trotzdem Potenzial für diese Idee?

SchröderDie Stadt ist schon so groß, dass Urban Gardening eine Rolle spielt. Das merken die Initiatoren am Zuspruch. Es gibt auch hier vermehrt Menschen ohne einen eigenen Garten. Wir sind nicht Berlin, aber das ökologische Bewusstsein, das damit transportiert wird, ist auch hier weit verbreitet.

Kann das Gemeinschaftsgärtnern auch auf andere öffentliche Brachflächen ausgedehnt werden?

SchröderDas ist vorstellbar, ich sehe das positiv. Unsere lokale Agenda-21-Beauftragte Inka Thole nimmt Anfragen entgegen und holt dann das Grünflächenamt ins Boot.

Können Gemeinschaftsgärten von vornherein beim Bau von Wohnanlagen eingeplant werden?

SchröderDurchaus. Wir haben so eine Planung bei der Bebauung des Kasernengeländes in Donnerschwee. Dort ist der Investor bereit, eine Fläche für Urban Gardening zur Verfügung zu stellen. Das kann ganz spannend werden.