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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Der beste Ort wäre das Bundesarchiv“

03.07.2017
Frage: Abschied von Helmut Kohl. War das nach dem Ringen um das Zeremoniell im Vorfeld ein würdiger Trauerakt?

Schwerpunkt Parteienforschung

Jürgen Wilfried Falter ist Politikwissenschaftler, sein Schwerpunkt sind die Parteien. Der 73-Jährige bekleidete Professuren an der Hochschule der Bundeswehr München, der Freien Universität Berlin und der Universität Mainz.

Falter: Das war ein zugleich würdiger und emotionaler Abschied. Diese Zeremonie im Europaparlament mit den Freunden und Staatsmännern aus aller Welt war sehr eindrucksvoll. Es war gut, dass es für Helmut Kohl erstmalig einen Trauerakt auf europäischer Ebene gegeben hat. Das hat er mit seiner großen historischen Leistung verdient. Es hätte aber einen Staatsakt in Deutschland nicht ausgeschlossen. Beides wäre möglich gewesen. Da waren aber offenbar Kohl und seine Witwe dagegen. Helmut Kohl war auf zwei Ebenen ein großer Staatsmann, auf der europäischen wie auf der deutschen. Da wäre auch ein zweiter Staatsakt in Berlin durchaus angemessen gewesen.
Frage: Kann das Gedenken an den großen Europäer Kohl und die Erinnerung an sein politisches Erbe Europa in der Krise einen positiven Impuls geben?
Falter: Es wäre zu schön, wenn das wahr werden würde. Daran glaube ich nicht. Ich fürchte, diese Hoffnung wird den Moment nicht lange überleben. Im Augenblick wird Optimismus verbreitet. Am Ende siegen dann doch wieder die nationalen und die machtpolitischen Interessen.
Frage: Über den politischen Nachlass, das historische Vermächtnis und das Archiv des verstorbenen Altkanzlers entwickelt sich ein veritabler Streit. Gehört das nicht in die Hände des Staates?
Falter: Die Staatsakten gehören ganz sicher in den Gewahrsam der öffentlichen Hand. Hierauf haben die Witwe und die Familie von Kohl keinen legitimen Anspruch. Die privaten Akten müssen natürlich von den Staatsakten getrennt werden. Das könnte etwa eine Historikerkommission übernehmen. Vorstellbar wäre auch eine Helmut-Kohl-Stiftung, die das Aktenmaterial verwaltet und für all jene zugänglich macht, die auch im Bundesarchiv darauf Anspruch hätten. Der beste Ort für diesen Nachlass jedoch wäre das Bundesarchiv selbst.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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