• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Der Kampf gegen Strohmänner muss verstärkt werden

25.04.2019
Frage: Es liegt ein Zwischenbericht im Fall der Panama Papers vor. Bislang wurden hierzulande 4,2 Millionen Euro Steuern nachgefordert. Klingt nicht viel angesichts der Milliardensummen, die im Spiel sind, oder wie bewerten Sie das?
Giegold: Das ist in der Tat keine große Summe. Viele Verfahren sind aber auch noch nicht abgeschlossen, die Ermittlungen dauern an. Das heißt, wir sehen nur die Spitze eines Eisbergs von Steuerskandalen. Viele Fragen sind weiter offen: Gegen wie viele Deutsche wird ermittelt? Wie viele deutsche Unternehmen und Privatpersonen finden sich in den Daten. Insofern hätte ich mir von den hessischen Behörden mehr Klarheit gewünscht. Und: Wir müssen die Daten mit mehr Personal aufarbeiten.
Frage: Steuerhinterziehung lässt sich nur im internationalen Rahmen angehen. Was sind die Lehren aus dem LuxLeaks-Skandal?
Giegold: Es bewegt sich was. Wenn auch noch nicht genug. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren in Europa mehr gegen Finanzkriminalität erreicht als in den 25 Jahren davor. Zu nennen sind etwa der automatische Austausch über Steuerdaten zwischen den Mitgliedstaaten oder ein neues Transparenzregister für Briefkastenfirmen in der EU. An einem Punkt ist das Europaparlament aber an einem entscheidenden Punkt an der Großen Koalition gescheitert: dem Kampf gegen Strohmänner. Noch immer muss bei Firmen nur der Geschäftsführer angegeben werden, nicht die eigentliche Eigentümer, die hinter dem Unternehmen stecken. Das erschwert den Kampf gegen Geldwäsche – in Europa und darüber hinaus.
Frage: Bei den Panama Papers geht es um globale Geldflüsse. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Giegold: Wir haben große Fortschritte gemacht. Aber das reicht nicht. Es ist in vielen Ländern weiter möglich, anonyme Briefkastenfirmen zu gründen. Wir brauchen endlich ein umfassendes Vermögensregister. Dabei geht es nicht allein um Bareinlagen bei der Bank oder um Aktienbesitz. Wir müssen auch den Immobilienbesitz erfassen, damit dort nicht weiter Schwarzgeld gewaschen werden kann. Der deutsche Immobilienmarkt ist inzwischen ein Geldwaschsalon für die organisierte Kriminalität. Auch das treibt übrigens die Mietpreise nach oben.
Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.