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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Der Nachwuchs zögert schon“

13.08.2014
Einigung im Prämienstreit: Der Hebammenverband hat das Angebot der Krankenkassen angenommen. Für die gestiegenen Haftpflichtprämien gibt es ab 2015 einen Ausgleich. Hilke Schauland (Bild), Kreisvorsitzende des Hebammenverbandes Oldenburg, ordnet den Vorstoß ein.
Frage: Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
Schauland: Die Einigung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich denke aber nicht, dass dieser Sicherungszuschlag die Lösung ist. Er bietet lediglich eine Verschnaufpause.
Frage: Was würde Ihrer Einschätzung nach wirklich helfen?
Schauland: Langfristig sehe ich nur in einer staatlichen Lösung wie einem Haftungsfonds das Ziel, den Berufsstand zu retten. Da die Haftpflichtprämie oft jährlich steigt, müsste der Sicherungszuschlag auch jährlich neu ausgehandelt werden.
Frage: Verliert der Beruf durch die ungewisse Perspektive an Reiz für potenziellen Nachwuchs?
Schauland: Es gibt noch genügend Bewerbungen an den Hebammenschulen, doch der Andrang ist nicht mehr so stark. Von der Oldenburger Lehrhebamme weiß ich, dass die Schülerinnen mit ihrer Berufswahl zu Anfang des Jahres ins Wanken gerieten, weil ihnen die Perspektive zur Ausübung ihres Berufes verloren ging. Auch Kolleginnen verlassen den Beruf, da es für diese Verantwortung und diese zeitlich unregelmäßige Arbeit keine ausreichende Entlohnung gibt.
Frage: Können Sie ein Rechenbeispiel einer Beleg-hebamme geben?
Schauland: Eine Beleghebamme, die eine 1:1 Betreuung leistet – also eine Schwangere vor, während und nach der Geburt betreut – bekommt seit diesem Juli 30 Euro € mehr pro Geburt. 30 Geburten im Jahr sind durch eine Hebamme leistbar. Bis der Haftpflichtbeitrag bezahlt ist, müssen rund 14 Geburten begleitet werden. Nach Abzug der Haftpflichtprämie bleiben 6060 Euro € brutto pro Jahr für die Geburtshilfe. Im Durchschnitt bedeutet das einen Stundenlohn von 13,47€ Euro brutto – abzüglich Sozialversicherungen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Das rechnet sich nicht. Zusätzliche Einnahmen sind durch Wochenbettbesuche und Schwangerschaftsvorsorge möglich.
Frage: Ist die Wahlfreiheit des Geburtsortes in Gefahr?
Schauland: In Niedersachsen gibt es Regionen, in denen es schon länger keine Hausgeburtshilfe mehr gibt. Die Wahlfreiheit des Geburtsortes ist bereits reduziert.
Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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