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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Der rechtsextreme Flügel hat sich durchgesetzt

19.09.2017
Frage: Herr Professor Funke, ist der Einzug der AfD in den Bundestag noch zu verhindern?
Funke: Gewählt wird erst am kommenden Sonntag. Seit wenigen Tagen haben wir endlich eine verstärkte Debatte über den rechtsextremen Charakter der Parteispitze und jener, die in einer möglichen Bundestagsfraktion der AfD den Ton angeben würden. Das muss jedem klar sein und hätte viel früher deutlicher gemacht werden müssen. Der rechtsextreme und rassistische Flügel in der AfD hat sich durchgesetzt. Die Mehrheit einer möglichen AfD-Fraktion im Bundestag wäre rechtsradikal.
Frage: Ist die AfD zu lange als rechtspopulistisch verharmlost worden?
Funke: Die AfD richtet sich gegen das angebliche Establishment und Gruppierungen, die zu Sündenböcken erklärt werden. So hat einst auch Jörg Haider in Österreich agiert. Die AfD ist eine inzwischen offen rechtsradikale Partei, die gegen Flüchtlinge, Muslime und andere Minderheiten hetzt. Die Öffentlichkeit scheint das erst jetzt in den letzten Wochen des Bundestagswahlkampfes erkannt zu haben. Dabei hätte es jeder wissen können.
Frage: Zuletzt haben auch die Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland mit ihren Aussagen immer wieder provoziert…
Funke: Jetzt wird deutlich, dass das keine Biedermänner und -frauen sind, sondern Brandstifter. Alexander Gauland, der De-Facto-Chef der AfD, ist schon vor zwei Jahren auf Pediga mit ihrer rassistischen Führung zugegangen und hat sie als natürlichen Verbündeten bezeichnet. Noch vor Kurzem haben Alice Weidel und andere führende Köpfe der AfD erklärt, mit jemandem wie Björn Höcke keine gemeinsame Sache zu machen. Er sollte ausgeschlossen werden aus der Partei. Nichts davon ist umgesetzt worden.
Frage: In manchen Umfragen liegt die AfD sogar auf Platz drei, damit könnte sie zur Oppositionsführerin werden und hätte zahlreiche Privilegien, etwa bei der Redezeit. Droht eine Zäsur in der Geschichte des Bundestages?
Funke: Ja, es ist eine Zäsur. Die Medien müssen hier ihrer Aufklärungsfunktion gerecht werden. Viele Talkshows, die wie etwa Maybrit Illner im ZDF oder Plasberg in der ARD, AfD-Politiker geradezu hofieren, werden ihrem öffentlichen Auftrag nicht mehr gerecht.

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