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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Die eigenen Azubis einbinden“

16.08.2014
Frage: Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge bei der IHK ist per Ende Juli um vier Prozent höher als vor einem Jahr. Also Entspannung am Ausbildungsmarkt?
Hildebrandt: Die Entwicklung ist in der Tat erfreulich. Wir haben nochmals mehr neue Verträge als im vergangenen Jahr – und liegen auch leicht über dem Rekordniveau von 2011. Die Zahlen zeigen vor allem eines: Immer mehr Unternehmen bemühen sich früh um Jugendliche. Dazu haben wir jahrelang geraten. Die Botschaft ist angekommen.
Frage: Die grundlegenden Herausforderungen bleiben aber, oder?
Hildebrandt: Ja. Durch die demografische Entwicklung wird die Gesamtzahl der Schulabsolventen Jahr für Jahr kleiner. Das gilt in den nächsten Jahren verstärkt, und übrigens auch in den besonders kinderreichen Landkreisen Vechta und Cloppenburg. Hinzu kommt: Aus dem kleineren Pool der Schulabsolventen strebt ein höherer Anteil an die Hochschulen. 2013 waren das erstmals mehr als die, die sich für eine Berufsausbildung entschieden.
Frage: Inwiefern ist das problematisch?
Hildebrandt: Aus vielerlei Gründen. Längst nicht jeder, der heute ein Studium beginnt, ist überhaupt geeignet. Das zeigen die Klagen der Professoren und die hohen Abbrecherquoten. Zugleich fehlen vielen Betrieben Bewerber um einen Ausbildungsplatz.
Frage: Wie können Unternehmen reagieren?
Hildebrandt: Man kann zum Beispiel die Ausbildungs- und Weiterbildungswege im jeweiligen Betrieb neu organisieren – und etwas anbieten für Jugendliche, die eigentlich gemäß dem großen Trend studieren wollen. Dazu gehören auch duale Angebote, also Berufsausbildung und Studium gekoppelt.
Frage: Da gibt es ja schon einige Angebote in der Region.
Hildebrandt: Stimmt. Aber es könnten noch mehr werden.
Frage: Wissen Abiturienten eigentlich genug über Berufe?
Hildebrandt: Bei dieser Gruppe gibt es große Defizite, anders als bei vielen Real- und Hauptschülern. Es gibt zwar auch an Gymnasien gute Berufsorientierungsmaßnahmen, auch in der Region. Aber es gibt noch keine vorgegebene Systematik, keine Erlasse.
Frage: Und die Unternehmen?
Hildebrandt: Die erkennen zunehmend die Bedeutung der Berufsorientierung. Das zeigte sich erst jüngst bei unseren Projekten, wo es darum ging, Schülerinnen und Schülern in direkten Kontakt mit Unternehmen zu bringen. Gezielt im Unternehmen Information über einen konkreten Wunschberuf bereit zu stellen. Oder kurz: rein ins Unternehmen, direkt kommunizieren und sich authentisch informieren lassen! So kann man Matching auch gestalten. 30 Betriebe haben mitgemacht und beispielsweise Ausbilder oder die eigenen Auszubildenden mit Schülern im eigenen Unternehmen zusammengebracht. Die eigenen Azubis einzubinden – das erweist sich als erfolgreicher Ansatz, ebenso, wie die Auszubildenden in die Schulen zu schicken. Mancherorts hat sich eine regelmäßige Zusammenarbeit eingespielt.
Frage: Unternehmen, die gut ausbilden, die könnten doch damit auch werben?
Hildebrandt: Ja, auf jeden Fall. Das kann noch ausgebaut werden, auch etwa über eine Teilnahme am Preis für Innovative Ausbildung PIA der NWZ. PIA ist mittlerweile ein Seismograph für gute Ausbildungsideen geworden – und eine Fundgrube zur Orientierung für Schüler und Eltern. Zugleich ist PIA eine Ideenbörse für die Unternehmen.
Frage: Ist eigentlich bekannt, was Jugendliche wirklich wollen, wenn es um Ausbildung geht?
Hildebrandt: Ja, das haben wir mit einer Untersuchung ermittelt. Entscheidend ist ein gutes Lernklima, gekoppelt mit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung. Deshalb auch immer wieder unser Appell: Ausbildung nicht „nebenbei“ betreiben. Und: Die Ausbilder immer weiter qualifizieren.
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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