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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Die G 20 können mehr bewirken“

01.12.2018
Frage: Der G 20-Gipfel in Argentinien wird von zahlreichen Konflikten überschattet. Frankreichs Präsident Macron warnt vor einem nutzlosen Treffen. Können die G 20 noch etwas bewirken?
Trittin: Sie können mehr bewirken als die G 7. Die hat US-Präsident Donald Trump in diesem Jahr in die Luft gesprengt. Nur die G 20 können drängende globale Probleme lösen wie die Abschwächung der Weltkonjunktur, die Verschärfung der Klimakrise oder die massiven ökonomischen Verwerfungen durch den kalten Wirtschaftskrieg, den die USA gegenüber China ausgerufen haben. Aber dafür braucht es auf dem Gipfel auch die Bereitschaft, Konflikte auszutragen.
Frage: Die G 20 beruhen auf dem Konsensprinzip. Wie könnte ein solcher Gipfel Trump dazu bringen, seinen Kurs zu ändern?
Trittin: Als Person neigt Trump dazu, noch störrischer zu werden, wenn er in der Ecke steht. Dennoch muss die Weltgemeinschaft den Amerikanern deutlich machen, dass nur internationale Vereinbarungen und nicht ein Jeder-gegen-Jeden die gemeinsamen Probleme entschärfen können. Klimakrise und einbrechende Konjunktur – siehe Jobverluste bei GM – machen auch vor den USA nicht halt.
Frage: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor wachsenden ökonomischen Risiken gewarnt. Könnte eine Initiative der G 20 einen Beitrag dazu leisten, einen Abschwung zu verhindern?
Trittin: Der IWF hat dazu aufgerufen, mehr zu investieren. Dieser ziemlich dramatische Appell richtet sich an alle, aber insbesondere an die Europäer, die hier viel zu wenig tun. Innerhalb der EU hat Deutschland die Krise von 2008 relativ gut überwunden. Aber beispielsweise in Frankreich liegt die Industrieproduktion immer noch elf Prozent unter dem Niveau von vor der Krise. In Italien, Griechenland oder Spanien sind über 30 Prozent der jungen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Dies erklärt, dass der IWF die Europäer drängt, mehr zu tun.
Frage: International richtet sich die Kritik bei diesem Thema auch an Deutschland…
Trittin: Zu Recht. Die Bundesregierung hat die Investitionsbereitschaft in Europa stets blockiert. Das letzte schlimme Beispiel ist der Umgang mit dem Vorschlag Frankreichs für einen Eurozonen-Haushalt. Dem stimmt die Bundesregierung nach zwei Jahren Verzögerung endlich zu, sagt dann aber, da dürfe kein Geld hineinkommen. Was soll ein Haushalt ohne Geld?
Markus Sievers Korrespondentenbüro Berlin
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