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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Die Menschen in Syrien können nicht mehr

29.08.2013

Frage: Herr Perabo, mit dem syrischen Freundeskreis „Adopt a Revolution“ halten Sie auf vielen Kanälen engen Kontakt zur Opposition im Bürgerkriegsland. Wie schildern Ihre Quellen die Lage?

Perabo: Wir haben mit „Adopt a Revolution“ in den letzten zwei Jahren ein enges Netzwerk geknüpft in Syrien. – mit über 30 Partnern in den unterschiedlichsten Regionen. Das sind meistens Basis- oder Bürgerkomitees, die vor Ort Verwaltung aufbauen, Schulen betreiben oder Zeitungen herausgeben. In den letzten Tagen haben wir dramatische Schilderungen zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Damaskus erhalten. Es gab viele Tote ohne Spuren von Kampfhandlungen. Das bestätigten uns Kliniken.

Frage: Wie ist die militärische Lage in Syrien?

Perabo: Es gibt eine Patt-Situation seit Monaten. Im Norden gewinnen eher die Rebellen Boden rund um Homs, das Regime dominiert um Damaskus und die Rebellen wieder teils im Süden.

Frage: Würde man in Syrien einen Militärschlag der USA gegen Assad begrüßen?

Perabo: Die Menschen in Syrien sagen uns mehrheitlich, dass sie immer gegen eine Militärintervention waren. Aber jetzt können sie nicht mehr. Sie können die Lage nicht mehr ertragen – die Brutalität und steigende Gewalt. Syrien geht auch kaputt, weil immer mehr Islamisten und Dschihadisten ins Land kommen. Deshalb gibt es eine relative hohe Akzeptanz für einen Militärschlag. Aber alle sagen: Die Luftschläge dürfen nur militärische Einrichtungen treffen. Es darf jedoch nicht nur bei ein paar Raketen bleiben.

Frage: Eine Intervention auch auf dem Boden?

Perabo: Viele Syrer sagen: Ja. Wir brauchen einen Schutz der Bevölkerung. Assad ist nicht durch Luftschläge zu stürzen. Ich glaube, das Ziel muss sein, ihn militärisch zu schwächen, eine Bewegung bei den Militärs auszulösen...

Frage: ...die doch eine politische Lösung ermöglicht?

Perabo: Dann müssen zwei Dinge passieren: Die Türkei muss die Grenze schließen, damit nicht immer mehr globale Dschihadisten nach Syrien gehen. Das ist eine Gefahr für den Widerstand und alle Aktivisten. Dschihadisten sind nicht Teil einer Lösung, sondern des Problems. Und die Waffenlieferungen aus Russland und dem Iran müssen aufhören. Wenn der Waffenzufluss endet, ist das Regime sehr schnell zu Verhandlungen bereit.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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