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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Die Opposition hatte zu große Hoffnungen“

22.05.2013
Frage: Vor einem Jahr ist Putin Präsident geworden. Damals gab es Proteste, heute herrscht Ruhe. Warum?
Wipperfürth: Die Opposition hatte zu große Hoffnungen. Sie repräsentiert aber nur eine Minderheit der Bevölkerung. Beispiel Pussy Riot: Eine Mehrheit der Russen ist dafür, dass diese jungen Frauen bestraft werden. Die Opposition besteht aus verschiedenen Gruppen, darunter auch viele Schwule und Lesben. Die werden abgelehnt.
Frage: Warum?
Wipperfürth: Russland war im 19. Jahrhundert die konservative Macht in Europa. Das könnte wieder so werden.
Frage: Wie funktioniert das System Putin?
Wipperfürth: Man kann sagen, die Außenpolitik wird heute von Putin bestimmt. In der Innen-, Sozial- und Wirtschaftspolitik ist das anders, da ist er eher ein Moderator. Es gibt da verschiedene Gruppen, verschiedene Interessen, auf die er Rücksicht nehmen muss.
Frage: Welche sind das?
Wipperfürth: Da sind zunächst die Etatisten, also diejenigen, die glauben, der Staat sollte eine lenkende Rolle spielen. Dann glauben aber auch viele Leute, die liberalen Freiheiten sollten mehr im Zentrum stehen.
Frage: Welche innenpolitischen Ziele verfolgt Putin?
Wipperfürth: Die russische Führung hat erklärt, vor allem die Wirtschaft stärken zu wollen. Den Menschen soll es besser gehen, die Lebenserwartung zum Beispiel steigen. Und Russland möchte durch eine wachsende Wirtschaft wieder in die Rolle einer Großmacht hineinwachsen. In den ersten Amtszeiten war Putins Anhängerschaft weit gefasst, von links bis rechts. Heute fehlt das liberale Bein ein wenig. Er ist weit mehr abhängig von den Etatisten.
Frage: Russland scheint außenpolitisch recht selbstbewusst zu agieren . . .
Wipperfürth: Nicht selbstbewusst – aktiver. Im Zentrum steht der postsowjetische Raum. Da ist der Abzug aus Afghanistan, die Sorge vor der Destabilisierung Zentralasiens. Es gibt Konkurrenz Chinas. Bei Zurückhaltung muss man fürchten, Einfluss zu verlieren.
Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
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