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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Die Pariser Ziele lassen sich so nicht erreichen

16.12.2019
Frage: Die Klimakonferenz endet nach Marathonverhandlungen nur mit einem Minimalkompromiss. Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?
Kotting-Uhl: Natürlich ist das besser als nichts. Aber die Unzufriedenheit und Enttäuschung sind am Ende bei sehr vielen Staaten groß. Ein solcher Gipfel mit solch unzureichenden Ergebnissen tut dem Klimaschutz-Prozess nicht gut. Bei der Klimakonferenz in Paris haben alle Länder an einem Strang gezogen, und es gab einen Aufbruch. In Madrid war davon nicht mehr viel zu spüren. Die großen Klimasünder wollen sich aus der Verantwortung stehlen. Die Pariser Ziele lassen sich so jedenfalls nicht erreichen. Am Ende war es eine verlorene Klimaschutzkonferenz.
Frage: Welche Teilnehmer haben besonders blockiert?
Kotting-Uhl: In Madrid haben wir erlebt, dass die Kräfte auseinanderstreben. Die großen CO2-Emmittenden stellen sich quer. Brasilien etwa folgt der Linie von US-Präsident Trump und hat nur noch die eigenen Interessen im Sinn. Die USA haben zwar ihren Austritt aus dem Abkommen erklärt, saßen aber in Madrid noch mit am Tisch und versuchen, beim Klimaschutz zu bremsen. Auch andere Länder wie Indien oder Australien waren nicht sehr konstruktiv, Kanada war nicht hilfreich. Die alten Industrie-Länder wie auch Deutschland sind keine guten Vorbilder, legen beim Klimaschutz zu wenig vor. Es war ein fatales Zeichen der Bundesregierung, dieses völlig unzureichende Klimaschutzpaket zu verabschieden und damit auf die Klimakonferenz in Madrid zu kommen. Es hat negative Konsequenzen, wenn Deutschland, das einst ein Vorreiter beim Thema Klimaschutz war, jetzt mit seinen eigenen Maßnahmen so enttäuscht.
Frage: Vieles wurde in Madrid einmal mehr vertagt. Was erwarten Sie von der nächsten Klimakonferenz in Glasgow?
Kotting-Uhl: Bereits im Vorfeld von Glasgow müssen die Länder sich zur Anhebung ihrer Ziele verpflichten. Das ist in Madrid leider verweigert worden. In Glasgow müssen Emissionsminderungsziele und das 1,5-Grad-Ziel endlich übereinstimmen. Und die Erwartungen der besonders verletzlichen Länder müssen erfüllt werden, ihre Ängste, was die Finanzierung bereits eingetretener Schäden betrifft, beruhigt werden.
Sylvia Kotting-Uhl  (66, Grüne) ist Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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