Frau Kohnen, Sie treten beim politischen Aschermittwoch in Vilshofen an – zum Duell mit der CSU. Was werden Sie Markus Söder entgegenhalten?

KohnenIch werde mich mit Sicherheit nicht an meinem politischen Mitbewerber abarbeiten. Es gehören die Themen in den Mittelpunkt, die für das Land wichtig sind, in Berlin ebenso wie in Bayern. Auch im Freistaat haben wir enorme Probleme. Das Wohnen muss endlich wieder bezahlbar werden! Hier hat die CSU nichts getan.

Die CSU als Sicherheitsgarant – das ist Söders Trumpf. Wofür steht die Bayern-SPD?

KohnenUnsere Anliegen sind die Anliegen, die allen Bürgerinnen und Bürgern unter den Nägeln brennen. Wie kann ich mir ein Dach über dem Kopf noch leisten? Wie bekomme ich Job und Familie unter einen Hut? Es geht um ganz konkrete Verbesserungen für den Alltag.

Die SPD hat gerade in Bayern 60 Jahre Opposition gefeiert. Wie wollen Sie erreichen, dass die SPD mal mitregiert?

KohnenDie SPD hat hundert Jahre Freistaat gefeiert! Wir stehen für eine lebensnahe Politik, für eine Stärkung des Zusammenhaltes und der Solidarität. Das geht weit über Wahlen hinaus.

Chaos-Tage bei der Bundes-SPD: Wann werden die Personalquerelen und die Selbstzerfleischung ein Ende haben?

KohnenMein Plädoyer heißt: Alles in Ruhe angehen! Personalfragen gehören in die Gremien, werden dort geklärt und nicht über die offene Bühne gespielt. Es ist allerhöchste Zeit, die Inhalte in den Vordergrund zu rücken. Die SPD hat in den Koalitionsverhandlungen so viel durchgesetzt, eine sozialdemokratische Handschrift ist deutlich sichtbar. Dafür gilt es jetzt zu werben. Die Menschen verlangen nach Lösungen, nicht nach Personaldebatten und Hickhack. Das sollten alle Parteien nun ernst nehmen.

Sollte die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Martin Schulz per Urwahl bestimmt werden?

KohnenWir haben in Bayern mit einer Urwahl gute Erfahrungen gemacht. Das heißt aber nicht, dass wir es auf Bundesebene 1:1 übernehmen müssen. Im Dezember hat der Parteitag eine Frist von einem Jahr gesetzt, um neue Beteiligungsmöglichkeiten zu prüfen. Die Partei muss Geduld zeigen.