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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Die weitere Ausbreitung des Öls muss verhindert werden

19.11.2013
Frage: Bezüglich des Ölunfalls auf einem Kavernengelände im ostfriesischen Etzel (Landkreis Wittmund) sprechen Kavernengegner von einer „riesigen Umweltkatastrophe“. Halten Sie das für denkbar oder für übertrieben?
rabus: Ich denke, das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht richtig abschätzen, weil wir nicht genau wissen, wie viel Öl tatsächlich ausgelaufen ist. Wichtig ist, die weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern. Ein Ölunfall ist immer problematisch, aber wir müssen gucken, wie dramatisch das Ereignis in diesem Fall tatsächlich ist. Selbst wenn angenommen 40 Tonnen, also ein bis zwei Tanklaster, ausgelaufen sind, ist das im Verhältnis zu einem havarierten Öltanker auf See ein kleinerer, wenn auch ebenso unerfreulicher, Schadensfall.
Frage: Was ist das Hauptproblem, wenn Öl in ein Fließgewässer gelangt?
Rabus: Das Hauptproblem ist, dass Öl giftige Substanzen enthält und daher für unterschiedlichste Lebewesen schädlich ist. Gelangt es in ein Fließgewässer, muss es so schnell wie möglich abgeschöpft werden. Außerdem darf man darauf vertrauen, dass in der Natur vorhandene Mikroorganismen das Öl abbauen, und das können sie auch. Je nachdem, wie stark die Umwelt verunreinigt ist, kann das aber Jahre bis Jahrzehnte dauern.
Frage: Was kann man tun, um diesen Prozess zu beschleunigen?
rabus: Es gibt einige technische Möglichkeiten, um mit Sperren und Chemikalien die Weiterverbreitung der Verunreinigung einzudämmen und aufzuhalten. Das Wichtigste ist, von dem ausgetretenen Öl so viel wie möglich aus dem Naturkreislauf wieder herauszuholen. Dann verläuft auch der Abbauprozess über die Mikroorganismen schneller.
Frage: Was ist, wenn das ausgetretene Öl, wie befürchtet, ins Grundwasser gelangt?
Rabus: Da sind wir eigentlich wieder bei der Eingangsfrage und müssten wissen, wie viel Öl wo tatsächlich ausgetreten ist. Nach dem jetzigen Kenntnisstand scheint es sich nicht um ein Riesenleck gehandelt zu haben. Ein Eindringen von Öl in die verschiedenen Grundwasserschichten sollte natürlich überprüft werden.

Ralf Rabusist Professor für allgemeine und molekulare Mikrobiologie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Der 47-Jährige hat sich unter anderem auf den Ölabbau durch Bakterien spezialisiert.


Infos unter   www.icbm.de 
Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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