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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Diese Schnapsidee macht auch nichts besser

31.12.2018
Frage: Die CSU will eine neue staatliche Infrastrukturgesellschaft, die Sendemasten bauen und die Löcher im Mobilfunknetz schließen soll. Ist das der richtige Weg?
Krischer: Der Aufbau einer solchen Gesellschaft dauert Jahre, und dann ist noch kein einziger Sendemast aufgestellt. Überall in Europa läuft der Mobilfunkausbau, nur in Deutschland nicht. Verantwortlich für die Funklochrepublik Deutschland ist vor allem die CSU, die seit Jahren die zuständigen Minister stellt. Um ihr Scheitern zu kaschieren, kommt von der Bande jetzt so eine Schnapsidee auf den Tisch, die nichts besser macht.
Frage: Der Markt allein wird die Netzprobleme nicht lösen, oder?
Krischer: Zumindest nicht in den ländlichen Regionen, da braucht es klare staatliche Vorgaben und Unterstützung. So kostet ein LTE-Funkmast mit Glasfaseranschluss schnell mehr als 200 000 Euro. In einem kleinen Ort oder an einer wenig benutzten Landstraße lohnt sich das nicht. Die Bundesregierung hat viele Milliarden abkassiert mit der Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen, die dann im Haushalt versickert sind. Das Geld fehlt jetzt beim Aufbau der Sendeanlagen.
Frage: Deutschland liegt im internationalen Vergleich weit hinten. Was schlagen Sie zur Verbesserung des Netzes vor?
Krischer: Eigentlich ist das kein Hexenwerk. Man muss nur sehen, wie es die anderen Länder erfolgreich machen. Für Deutschland heißt das: Bei der im nächsten Jahr anstehenden 5G-Mobilfunk-Versteigerung müssen die voraussichtlichen Einnahmen von 5 bis 10 Milliarden Euro unbedingt in den LTE-Ausbau im ländlichen Raum gesteckt werden. Dabei müssen die Netzbetreiber auch harte Auflagen bekommen, dass es überall guten LTE-Empfang geben muss. Ganz wichtig ist, dass immer nur ein Sendemast aufgebaut wird, den dann alle Netzbetreiber nutzen. Drei parallele und unausgelastete Netze in ländlichen Regionen, so wie wir es jetzt haben, sind nur ein Kostentreiber und führen zu riesigen Funklöchern. Man muss die Netzbetreiber, wo es Sinn macht, zu „National Roaming“ verpflichten, also gemeinsam das Netz auszubauen. Das ist vergleichsweise einfach und geht viel schneller als eine staatliche Baubehörde zu gründen.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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