Frau Heinrichs, an der Universität Oldenburg hat vorige Woche der „Regionale Schulmedientag 2014“ stattgefunden. Was genau verbirgt sich dahinter, welches Ziel hat die Veranstaltung verfolgt?
HeinrichsDas Ziel des „Regionalen Schulmedientags 2014“ war es, Schulen und öffentliche Einrichtungen in ihrer medienpädagogischen Arbeit zu stärken und zu vernetzen. Er stand unter dem Motto „Bildungsauftrag Medienkompetenz – gemeinsam auf dem Weg“ und wurde vom Medienkompetenznetzwerk Niedersachsen in Kooperation mit dem Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ) der Universität Oldenburg veranstaltet. In 25 Vorträgen und Workshops haben Experten vermittelt, wie Medien im Unterricht genutzt und eingebunden werden können. Unter anderem stellten sie Einsatzmöglichkeiten von E-Books oder Tablets im Unterricht vor, diskutierten den Umgang mit Cybermobbing oder berichteten über ein Online-Lehrprojekt zum Thema Erster Weltkrieg.
Stichwort Cybermobbing – wie können Eltern ihre Kinder davor schützen, über moderne Kommunikationsmittel diffamiert und „fertig gemacht“ zu werden?
HeinrichsVor allem sollten Eltern mit ihren Kindern darüber reden, was diese Art von Mobbing bewirkt und wie der andere sich fühlt, wenn er im Internet diffamiert wird, damit die Kinder gar nicht erst zu Tätern werden, denn oft steckt gar nicht große Böswilligkeit dahinter. Darüber hinaus hilft, dass Eltern und Pädagogen ihren Kindern ein anderes Verhalten vorleben und ungewünschtes Verhalten sanktionieren. Wenn Kinder aber Opfer geworden sind, hilft die Aufklärung über die Rechte zum Beispiel am eigenen Bild oder in schlimmen Fällen auch die Begleitung zu Beratungsstellen wie Wildwasser in Oldenburg, die bei sexualisierter Gewalt auch online kontaktiert werden könnten.
Bei allen Gefahren, die neue Medien mit sich bringen, welche Chancen sehen Sie darin, neue Medien im Bildungsbereich einzusetzen?
HEINRICHSDigitale Medien bieten die Möglichkeit, Sachverhalte zum Beispiel im naturwissenschaftlichen Unterricht sehr anschaulich und mit interaktiven Möglichkeiten ausgestattet verständlicher darzubieten, als dies ein Lehrbuch tun könnte. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ergibt sich im Bereich der Inklusion zur Differenzierung des Unterrichts. Mit Lernprogrammen können Kinder und Jugendliche sehr individuell gefördert werden. Somit kann ein gezielter, gut überlegter Einsatz den Lernerfolg bei Schülern erhöhen.
Ulrike Heinrichs ist Leiterin des Oldenburger Fortbildungszentrums (OFZ) der Universität Oldenburg. Im Interview spricht sich die 52-Jährige für den Einsatz digitaler Medien insbesondere im naturwissenschaftlichen Unterricht aus.
