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Dpolg-Chef Wendt Zu Krawallen In Leipzig: „Da muss die Polizei entschieden dagegenhalten“

07.09.2020
Frage: Warum eskaliert in Leipzig immer wieder die Gewalt?

Wendt: Diese Krawalle in Leipzig-Connewitz haben eine lange Tradition. Die Polizei unternimmt immer wieder den Versuch, auf der einen Seite zu deeskalieren, auf der anderen Seite durch konsequentes Einschreiten die Situation in den Griff zu bekommen. Wir haben solche Hotspots linksextremistischer Gewalt auch in Hamburg und Berlin. In Connewitz sieht man, dass es eine falsche Strategie ist, Hausbesetzungen und Rechtsbruch zu tolerieren. Dort beansprucht die linke Szene den Stadtteil für sich. Das zu dulden, ist und war schon immer der falsche Weg. In Bayern gibt es den Grundsatz, kein Haus bleibt länger als 24 Stunden besetzt.

Frage: Auf der einen Seite immer mehr Gewalt von Rechtsextremen, auf der anderen Seite mehr Gewalt von Linksextremen – schaukelt sich das weiter hoch?

Wendt: Ja, da wird auch die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Deutschland sichtbar. Die Gewalt nimmt auf beiden Seiten zu und schaukelt sich gegenseitig hoch. Die Polizei steht dazwischen in der Mitte und verteidigt auch auf den Straßen von Leipzig das Herz der Demokratie. Das schlägt nicht nur auf den Stufen des Reichstages. In Leipzig und andernorts wollen Extremisten staatsfreie Räume schaffen. Der Staat soll linke Biotope finanzieren, aber kein Ordnungsfaktor mehr sein. Das darf es nicht geben. Da muss die Polizei entschieden dagegenhalten.

Frage: Zuletzt gab es Kritik an der Polizei und eine Debatte über Polizeigewalt. Wie ist die Stimmung bei den Polizeikräften?

Wendt: Leider gibt es vor allem von der politischen Linken ungerechtfertigte Kritik an der Polizei. Wenn SPD-Chefin Esken eine Debatte über Polizeieinsätze auslöst und sie infrage stellt, sind die Polizeikräfte genervt und enttäuscht von solchen Signalen. Sie erwarten Rückendeckung und ein klares Bekenntnis der politischen zur Polizei. Da helfen regelmäßige Betroffenheitsadressen überhaupt nicht, wenn Polizisten angegriffen und verletzt werden.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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