• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ein absolut verständlicher und notwendiger Schritt

12.01.2018

Frage: Herr Wolffsohn, nach den Rechtsextremismusfällen und anderen Skandalen in Kasernen der Bundeswehr fordert Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Nachhilfestunden für deutsche Soldaten. Ist das Aktivismus oder eine richtige Maßnahme, um die Probleme anzugehen?

Wolffsohn: Das ist ein absolut verständlicher und notwendiger Schritt. Es ist gut, dass die Ministerin „Würde und Wertschätzung“ oder „historische Bildung und Tradition“ auf die Ausbildungspläne der Bundeswehr setzt. Unterrichtseinheiten über Menschenwürde, Extremismus, Radikalismus und Terrorismus in der Gesellschaft und der Bundeswehr und die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit sind wichtige Themen. Die Frage ist allerdings, ob nicht nur die Bundeswehr das notwendige Instrumentarium hat, um solche Maßnahmen durchzuführen. Vor allem darf das Ganze nicht zur Staatsbürgerkunde werden – langweiligen Unterricht kann die Bundeswehr nicht brauchen – so wenig wie Schulen.

Frage: Die Ministerin hatte der Bundeswehr ein generelles „Haltungsproblem“ attestiert. Wie groß ist das Problem mit Rechtsextremismus und Gewalt bei der Truppe wirklich?

Wolffsohn: Frau von der Leyen hat das Problem völlig richtig analysiert. Und ihre Kritik an dem Haltungsproblem der Bundeswehr war auch kein Pauschalvorwurf, wie von manchen behauptet. Sie hat die notwendigen Konsequenzen aus der Summe diverser Einzelfälle gezogen. Hätte sie das nicht getan, hätte man ihr zu Recht vorgeworfen, auf dem rechten Auge blind zu sein. Die Vorfälle haben gezeigt, dass es gewaltige Probleme bei der Truppe gibt.

Frage: Lassen sich rechte Tendenzen in der Bundeswehr mit einem neuen Traditionserlass bekämpfen?

Wolffsohn: Antisemitismus ist kein Phänomen, das nur beim deutschen Militär auftritt – Antisemitismus gibt es seit dreitausend Jahren. Mit Vorschlägen zu seiner Überwindung ließen sich ganze Bibliotheken füllen. Vorurteile gleich welcher Art, Gewalt und Bosheit kann man leider nicht einfach so abschaffen. Ich bin skeptisch, was die Formbarkeit von Menschen und die Möglichkeiten von Aufklärung angeht. Aber deshalb darauf zu verzichten, wäre nicht hinnehmbar. Es muss immer wieder neu versucht werden.

Benjamin Moscovici Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.