Herr Seefried, wie bewerten Sie, dass die Stadt Hannover in den nächsten zehn Jahren alle Schulformen außer Gesamtschulen und Gymnasien abschaffen will?
SeefriedDamit zeigt die SPD-regierte Stadt Hannover, was unter entsprechenden politischen Mehrheiten tatsächlich in der Schulpolitik angestrebt wird. Für mich ist der Vorgang eine Entwicklung, vor der die CDU immer gewarnt hat.
Ein Schritt zur Einheitsschule neben dem Gymnasium?
SeefriedGenau auf diese Absicht hat die CDU seit langem hingewiesen. Die SPD will in Zukunft eben nicht die Wahlmöglichkeit lassen, welche Schulform die richtige für ein Kind ist. Über die Schulstruktur entscheiden am Ende die Finanzen einer Kommune. Damit ist der Weg frei zur Einheitsschule in ganz Niedersachsen – ohne wirkliche Wahlfreiheit.
Die Landesregierung und der Ministerpräsident haben aber immer vehement versichert, dass eine gegliederte Schullandschaft bleibt. Fühlen Sie sich getäuscht, werten Sie die Aussagen als Wortbruch?
SeefriedWir haben der Landesregierung diese Aussage ohnehin nie abgenommen. Die CDU hat immer wieder auf die Konsequenzen der letzten Schulgesetzänderung hingewiesen: Der Weg, wie ihn Hannover jetzt geht, wird damit vorgezeichnet. Ich hoffe, dass den Bürgern gerade durch die Vorgänge in Hannover die Augen geöffnet werden.
Wie will die CDU politisch reagieren?
SeefriedWir haben unseren Protest und unsere Änderungsvorschläge zum Schulgesetz mit Nachdruck im Landtag eingebracht. Unser Ziel bleibt, dass die Schulgesetzänderungen in Niedersachsen auf Dauer keinen Bestand haben. Die Gesamtschule als ersetzende Schulform im Schulgesetz werden wir unter einer CDU-Regierung definitiv zurücknehmen.
Welche Elternreaktionen erwarten Sie?
SeefriedIch erwarte, dass es heftige Proteste gegen diese Entwicklung geben wird. Die Eltern werden schnell erkennen, dass ihnen jegliche Wahlmöglichkeit für die richtige Schule für ihr Kind genommen wird. Die Haupt- und Realschulen in Hannover laufen aus, sie können sich nicht mehr weiterentwickeln. Es wird zwangsläufig zu Schulschließungen kommen.
