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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ein Zurück zur Milchquote wird es nicht geben

11.01.2016
Frage: Die Grüne Woche in Berlin startet: Wird 2016 besser für Deutschlands Bauern?
Schmidt: Die Lage bleibt schwierig. 2015 sind die Erzeugerpreise dramatisch eingebrochen. Der Weltmarkt hat nicht hergegeben, was man hätte erwarten dürfen. Und auch 2016 gibt es Unsicherheiten auf wichtigen Absatzmärkten. Wir wissen nicht, wie sich die wirtschaftliche Situation in China weiter entwickelt und ob wir mehr oder just weniger Stabilität im arabischen Raum und in Afrika haben werden. All das hat Auswirkungen auf die Einkommen für unsere Bauern. Ich blicke also mit einiger Sorge auf das neue Jahr.
Frage: Gibt es Hoffnung?
Schmidt: Mittelfristig schon. Nehmen Sie als Beispiel unsere Milchbauern. Die EU-Kommission rechnet in absehbarer Zeit mit einem Erzeugerpreis von 35 Cent je Liter Milch. Davon sind wir in vielen Regionen noch weit entfernt. Für die Zukunft gibt es außerdem verschiedene Ansätze, etwa eine bessere EU-Marktbeobachtung, um auf Schwankungen zu reagieren und die Preisausschläge zu dämpfen. Ich sage aber auch klipp und klar: Ein Zurück zur Milchquote wird es nicht geben. Sie war keine Erfolgsgeschichte und wird es auch nicht mehr werden.
Frage: Der Molkereikonzern Campina zahlt „seinen“ Milchbauern bereits einen Bonus, wenn sie ihre Produktion drosseln. Ein Modell?
Schmidt: Der Fall Campina zeigt, dass der Markt eigene Instrumente hat, dem Pro­blem zu begegnen. Deshalb sollte die Politik den Mechanismus zwischen Angebot und Nachfrage nicht außer Kraft setzen. Der Bund Deutscher Milchviehhalter hätte zwar gern den Staat als Ordnungsmacht im Markt. Mit Einführung eines staatlichen Milchamtes würde es für die Bauern aber auf keinen Fall besser. Wenn Molkereien einen Bonus zahlen, um das Angebot vorübergehend zu verknappen, ist das nur gut.
Frage: Wie sehr leidet die Landwirtschaft unter dem russischen Importstopp für europäische Lebensmittel?
Schmidt: Der russische Boykott unserer Lebensmittel ist ärgerlich, aber nicht der entscheidende Grund für die niedrigen Erzeugerpreise in Deutschland. Trotzdem ist es gut, dass die EU bei der Welthandelsorganisation gegen den russischen Importstopp für europäisches Schweinefleisch und andere Produkte geklagt hat.
Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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