• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Eine richtige Entscheidung“

26.04.2019
Frage: Herr Gerke, Deutsche Bank und Commerzbank blasen eine mögliche Fusion ab. Ist das eine schlechte oder gute Nachricht?
Gerke: Für Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden ist das eine sehr gute Nachricht. Die Arbeitsplätze von rund 40 000 Mitarbeitern hätten im Fall einer Fusion auf dem Spiel gestanden. Offensichtlich haben auch wichtige Investoren genauer nachgerechnet und festgestellt, dass ein gemeinsames Institut keineswegs die geforderte Rendite erzielen würde. Allein das Zusammenführen der Software der beiden Institute hätte Jahre gedauert. Auch Kunden wären verschreckt worden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Absage der Fusion also eine richtige Entscheidung. Es wird nun darauf hinauslaufen, dass beide Institute sich europäischer und kostengünstiger aufstellen werden.
Frage: Gibt es einen Gewinner und einen Verlierer – oder profitieren beide ?
Gerke: Der Kurswert der Aktien beider Institute wird wohl mittelfristig zulegen. Beide Banken müssen zuvor allerdings ihre Hausaufgaben machen. Sie haben zu viele Mitarbeiter, beide sind technisch nicht gut für das Bankengeschäft der Zukunft aufgestellt, auch wenn die Commerzbank mit der Comdirect Bank besser vorbereitet ist. Für die Deutsche Bank zeichnet sich mit der Schweizer UBS ein interessanter Partner ab. Um die Commerzbank buhlen die niederländische ING wie auch die italienische Unicredit und französische Institute. Da ergeben sich neue Möglichkeiten, die aus europäischer Sicht viel attraktiver sind als eine Fusion der beiden deutschen Institute. Jetzt muss man Plan B zu Plan A machen.
Frage: Als Befürworter einer Fusion galt Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Ist die Absage eine Niederlage für ihn?
Gerke: Der Bundesfinanzminister kann jetzt tief durchatmen. Ein großes auf ihn zukommendes Problem ist abgewendet. Man stelle sich nur vor, wenn der Sozialdemokrat Olaf Scholz mit Entlassungen im großen Stil konfrontiert worden wäre.
Frage: Die Opposition übt heftige Kritik an Scholz. Hat er sich zu weit vorgewagt?
Gerke: Das ist das gute Recht der Opposition. Scholz hat eine nicht ganz glückliche Figur gemacht. Aber so danebengelangt hat er auch wieder nicht. Er hat Prozesse in Gang gesetzt. Immerhin ist der Bund mit 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Mit Blick auf den Steuerzahler muss Scholz dafür sorgen, dass er dieses Geld auch wieder zurückerhält. Ihm ist da kein Vorwurf zu machen.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.