• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Erdgas wird immer wichtiger

20.07.2019
Frage: Herr Senger, Sie gelten als bodenständiger Wildeshauser, waren aber bereits vor Jahren in Malaysia und Norwegen beruflich im Einsatz. Was war da los?
Senger: Exxon Mobil hat mir in den vergangenen Jahren immer wieder die Möglichkeit gegeben, meinen Horizont zu erweitern und in ganz unterschiedlichen Ecken der Welt zu arbeiten. Das war super spannend und immer eine tolle Erfahrung für die ganze Familie, aber das Herz schlägt immer noch am lautesten hier im Oldenburgischen.

Persönliches

Jens-Christian Senger, 52 Jahre alt, lebt mit seiner Familie in Dötlingen. Der gebürtige Wildeshauser hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Brunnenbauer gemacht und an der Technischen Universität Clausthal Bergbau in der Fachrichtung Tiefbohrtechnik, Erdöl- und Erdgasgewinnung studiert. Er ist Heinz P. Kemper-Preisträger 1994 des Fachbereichs Bergbau/Rohstoffe.

1994 hat der Bohr- und Komplettierungsingenieur seine berufliche Laufbahn bei der BEB Erdöl & Erdgas GmbH, Hannover, gestartet. Es folgten Stationen in Oman und an Exxon-Produktionsstätten in Deutschland. Von 2005 bis 2007 war Senger Betriebsleiter Gasproduktion Weser-Ems West bei Exxon Mobil, später Hauptabteilungsleiter Technische Planung.

In Malaysia war er zwei Jahre Hauptabteilungsleiter Technische Planung. Ab 2013 folgten zwei weitere Jahre in Stavanger (Norwegen). Seit Juli 2016 ist Senger Geschäftsführer der Exxon Mobil Production Deutschland GmbH. Und ganz nebenbei: 2007 war Senger König der Wildeshauser Schützengilde.

Frage: Was hat Exxon Mobil Deutschland mit den Auslandsprojekten zu tun?
Senger: Genauso wie wir in Deutschland von der internationalen Kompetenz unserer Kollegen profitieren, können wir mit unseren hochqualifizierten Mitarbeitern Projekte im Ausland unterstützen. Das ist der Vorteil eines global tätigen Unternehmens.
Frage: Welches sind heute die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Wo steht der Schreibtisch?
Senger: Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht lange am Schreibtisch zu halten bin. Momentan steht dieser in Hannover. Aber am liebsten bin ich nach wie vor in unseren Produktionsgebieten in Norddeutschland unterwegs – „im Feld“, wie wir sagen.
Frage: Welche Rolle spielt die Förderung in Deutschland in der Gesamtbilanz?
Senger: Wenn man sich so umhört, könnte man den Eindruck gewinnen, die Erneuerbaren Energien würden bereits nahezu den Energiebedarf Deutschlands decken. Doch auch wenn sie bei der Stromerzeugung in großen Schritten zulegen, liegt der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch bei rund 14 Prozent. Das heißt: 86 Prozent müssen anderweitig gedeckt werden. Und wie wir wissen in naher Zukunft ohne Kernenergie und ohne Kohle. Daher wird Erdgas immer wichtiger. Die heimische Erdgasproduktion spielt dabei eine gewichtige Rolle. Im vergangenen Jahr haben die Erdgasproduzenten rund doppelt so viel Energie zur Verfügung gestellt wie alle Windkraftanlagen in Niedersachsen zusammen.
Frage: Klimawandel und die Aktion „Fridays for Future“ bewegen derzeit vor allem die jungen Menschen in Deutschland. Wie groß ist der CO2 - Fußabdruck, den die ExxonMobil hinterlässt?
Senger: Das ist vor allem eine Frage der Relation: Mit jedem Kubikmeter Erdgas, den wir fördern, ließe sich Energiegewinnung aus Kohle verdrängen. Ein klarer Beitrag zum Klimaschutz, denn Erdgas emittiert beispielsweise in der Stromerzeugung bis zu 60 % weniger CO2 als Kohle.
Frage: Was wird getan, um klimafreundlicher zu fördern? Oder ist das nicht möglich?
Senger: Klimafreundlicher zu produzieren ist der Anspruch, den jedes Unternehmen haben muss. Das gilt auch für uns. Und da tun wir einiges: Bereits 2014 haben wir zum Beispiel eine moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Großenkneten in Betrieb genommen, mit der wir unter anderem Abwärme effizient nutzen. Damit sparen wir pro Jahr so viel CO2 wie 45 000 PKW ausstoßen.
Frage: Ist ein Dialog mit der Klimaschutzbewegung „auf Augenhöhe“ möglich? Werden Sie persönlich angegriffen?
Senger: Dass sich junge Menschen wieder mehr für gesellschaftliche Themen begeistern können, ist großartig. Und auch wenn ich nicht alle Positionen teile, führt gar kein Weg daran vorbei, dass wir uns in den Dialog begeben. Vor einigen Wochen hatte ich dazu Gelegenheit und war beeindruckt, wie engagiert diese jungen Menschen waren. Wenn alle Beteiligten bereit sind, die Dinge nicht nur schwarz-weiß zu sehen, kann uns das alle gemeinsam nach vorne bringen.
Frage: Wie sehr wäre die Exxon-Mobil-Produktion/Erdgasaufbereitung von einer CO2-Steuer betroffen? Gefährdet das Arbeitsplätze in Deutschland?
Senger: Der Klimawandel ist Realität. Es ist daher gut und richtig, alle Möglichkeiten zu durchdenken, die dabei helfen können, CO2 zu reduzieren. Erdgas kann da einen wichtigen Beitrag leisten. Aber auch eine gut geplante CO2-Steuer kann durchaus ein Weg sein. Wichtig ist bei allem, Technologieoffenheit zu wahren. Ich glaube fest an die Kunst der Ingenieure. Die werden bessere Lösungen finden als Verbote es könnten.
Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2701
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.