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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Keine Sorge um deutsch-französische Partnerschaft

09.02.2019
Frage: Herr Krichbaum, was sagt die Dramatik der letzten Stunden um Nord Stream 2 über den Stand der deutsch-französischen Beziehungen?
Krichbaum: Die Regierungen haben sich am Freitag bei Nord Stream 2 verständigt. Ganz so schlimm steht es also doch nicht um die deutsch-französischen Beziehungen. Wir haben übrigens nicht nur im Aachener Vertrag, sondern auch in einem eigenen Parlamentsabkommen die Zusammenarbeit mit Frankreich verbessert, künftig wird es also zu einer viel engeren Kooperation kommen.
Frage: Sie meinen, das, was sich im Streit um Nord Stream 2 beobachten lässt, wird sich so nicht wiederholen?
Krichbaum: Differenzen wird es immer geben, denn wir haben in vielen Bereichen unterschiedliche Traditionen. Das gilt etwa für die Wirtschaftspolitik, aber auch für die auswärtigen Beziehungen. So waren sich Frankreich und Polen immer sehr nah. Trotz aller Gemeinsamkeiten sind Deutschland und Frankreich unterschiedlicher, als wir glauben. Schauen wir auf die Kernenergie: Frankreich hält daran fest, Deutschland verabschiedet sich und steigt auch noch aus der Kohle aus. Und damit sind wir beim Thema: Für die Energiewende müssen wir auf absehbare Zeit Erdgas importieren.
Frage: Die Ukraine sieht im russischen Gastransit durch das eigene Land eine sicherheitspolitische Rückversicherung...
Krichbaum: Die EU und Deutschland stehen eng an der Seite der Ukraine. Ich habe aber Bedenken, ob es ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell ist, sich nur auf die Milliardeneinnahmen aus den Durchleitungsgebühren für russisches Gas zu verlassen. An unserer Solidarität mit der Ukraine gibt es keinen Zweifel. Das haben wir 2014 nach der russischen Annexion der Krim gezeigt, jüngst beim Konflikt im Asowschen Meer und auch, als Russland seine Gaslieferungen kurzzeitig drosselte. Heute bezieht die Ukraine im Übrigen kein Gas mehr direkt aus Russland, sondern nur noch auf Umwegen über EU-Staaten.
Frage: Auch US-Botschafter Richard Grenell erneuerte seine Kritik an Nord Stream 2. Lässt Sie das kalt?
Krichbaum: Da geht es auch um wirtschaftliche Interessen, denn die USA wollen ihr teures Flüssiggas verkaufen. Ich sage mit Blick auf die Energiewende noch einmal: Um die Energiesicherheit zu gewährleisten, werden wir Gas brauchen, nicht nur aus Russland. Daher plant Deutschland auch Terminals zur Einfuhr von Flüssiggas.
Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
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