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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Er ist kein großer Redner

13.02.2017
Frage: Herr Falter, Frank-Walter Steinmeier ist mit überwältigender Mehrheit zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden. Mit welchen Stärken und Fähigkeiten geht er ins neue Amt?
Falter: Steinmeier verfügt über große Erfahrung – sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch. Das ist geradezu ideal für das Amt. International weiß Steinmeier ganz genau, wie er mit wem umzugehen hat. Er kann repräsentieren. Innenpolitisch hat er als früherer Kanzleramtschef und SPD-Fraktionsvorsitzender vielfältige Erfahrungen sammeln können. Eine weitere Stärke ist sein ausgeglichenes Temperament. Ihm kann man zutrauen, dass er integriert und die Gesellschaft versucht zusammenzuhalten. Ein bisschen wie Johannes Rau vielleicht, der versöhnen wollte.
Frage: Ein Bundespräsident wirkt vor allem mit der Macht des Wortes. Wie gut ist Steinmeier als Redner?
Falter: Er ist kein großer Rhetoriker. Joachim Gauck hatte da natürlich sehr viel mehr zu bieten, Richard von Weizsäcker ebenfalls. Aber das heißt ja nicht, dass Steinmeiers Reden nicht klug sein können und nicht zur Kenntnis genommen werden. Ein Bundespräsident muss nicht unbedingt flammende Reden halten wie einst Helmut Schmidt oder Franz Josef Strauß. Es kommt darauf an, dass er sich zu Gehör bringt. Und das geschieht durch Inhalte. Welche Themen Steinmeier vor allem ansprechen wird, ist noch nicht ganz klar erkennbar. Brückenbauer will er sein – aber das ist erst einmal eine Leerformel, die noch mit Inhalt gefüllt werden muss.
Frage: Was könnte denn zur großen Überschrift für Steinmeiers Präsidentschaft werden?
Falter: Integration und Zusammenhalt. Das hat zwar schon Christian Wulff als sein Motto genannt, aber es ist notwendiger denn je: Integration für die Flüchtlinge, die schon da sind und noch kommen werden, Zusammenhalt für eine zunehmend auseinanderdriftende Gesellschaft. Wenn Steinmeier dafür die richtigen Worte finden würde, wäre es ideal. Das Thema steht jetzt an.
Frage: Steinmeier war vor seiner Wahl einer der beliebtesten Politiker des Landes. Wird er ein besonders volksnaher Präsident sein?
Falter: Nein, das glaube ich nicht. Große Präsidenten müssen es auch nicht unbedingt sein. Richard von Weizsäcker war alles – nur nicht volksnah.
Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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