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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Er passt in die Zeit

09.02.2017
Frage: Überraschungen sind am Sonntag nicht zu erwarten, oder?
Korte: Die spannende Frage wird sein, mit welcher Mehrheit Frank-Walter Steinmeier gewählt wird. Union und SPD werden ihn sicherlich geschlossen wählen. Und er wird auch Stimmen außerhalb der Großen Koalition bekommen. Bei FDP und Grünen sehe ich große Sympathien für Steinmeier. Er passt in die Zeit, ist in Auftreten und Stil so etwas wie der Gegenentwurf zu Donald Trump: ein überlegter Diplomat, ein überzeugter Verteidiger westlicher Werte.
Frage: Welche Überschrift könnte über der Präsidentschaft Steinmeiers stehen?
Korte: Kurs halten in international unruhigen Zeiten. Angesichts zunehmender Konfrontation in der Welt und umwälzender Veränderungen in den USA einen Außenpolitiker und erfahrenen Diplomaten zum Präsidenten zu machen, ist jedenfalls eine kluge Entscheidung. Sicherheits-Ikone und Orientierungs-Autorität zu sein – das wird von Steinmeier erwartet.
Frage: Woher rührt Steinmeiers Popularität?
Korte: Er wirkt ausgleichend, unaufgeregt und integrativ. Steinmeier ist auch als Mensch für eine breite Öffentlichkeit fassbar. Das ist sehr klar geworden, als er seiner Frau eine Niere gespendet hat. Anderseits verbindet kaum jemand mit Steinmeier einen bestimmten Satz oder eine bestimmte Debatte, die er angestoßen hätte.
Frage: Braucht er nicht die Fähigkeit, allein mit der Kraft des Wortes Diskussionen anzuschieben?
Korte: Ein Großteil der Arbeit des Bundespräsidenten sind Auslandsreisen, Repräsentation. Das würde ich nicht unterschätzen. Aber es stimmt: Das Amt des Bundespräsidenten entfaltet seine volle Wirkung erst durch die Sprache. Und das ist bei Steinmeier noch defizitär. Von ihm kennen wir bisher nur Diplomatensprache. Für Steinmeier wird die große Rede, der Umgang mit dem öffentlich gesprochenen Wort, zur größten Herausforderung. Sprachgewinn ist präsidialer Machtgewinn, um integrativ zu wirken.
Frage: Kann Steinmeier diejenigen erreichen, die ihr Kreuz bei der AfD machen?
Korte: Steinmeier ist Teil des politischen Establishments. Das ist Chance und Nachteil zugleich. Den Charme des Anti-Etablierten hatte Gauck. Aber er hat immer deutlich gemacht, dass sich demokratische Willensbildung über politischen Parteien entfaltet.
Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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