Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung werden 2025 mehr als 26 000 Grundschullehrer fehlen. Droht jetzt ein Bildungsnotstand?
TepeDie Lage ist heute schon dramatisch, vor allem auch in den ostdeutschen Bundesländern. In den Grundschulen herrscht die größte Not, aber auch an beruflichen Schulen und an Gemeinschaftsschulen ist die Lage sehr schwierig. In den ländlichen Regionen sind die Probleme deutlich größer als in städtischen Gebieten. Die Situation wäre noch viel fataler, wenn die Länder nicht so viele Quer- und Seiteneinsteiger eingestellt hätten. Das sind Menschen, die keine klassische Lehramtsausbildung haben. In der Regel fehlen ihnen die pädagogischen Kompetenzen.
Wo liegen die Ursachen für den Lehrermangel?
TepeEs gibt zu wenige Studien- und zu wenige Referendariats-Plätze. Der Grund: In der Vergangenheit haben die Prognosen der Kultusministerkonferenz mit Blick auf den Lehrkräftebedarf nicht gestimmt, weil diese den Anstieg der Geburtenzahlen unterschätzt haben. Zudem war der Zuzug von Flüchtlingen nicht abzusehen. Folglich sind deutlich zu wenige Lehrkräfte ausgebildet worden, um der steigenden Schülerzahl gerecht zu werden. Ein weiterer Grund ist, dass das Lehramtsstudium für die Universitäten nicht sehr attraktiv ist, weil sie dafür keine Drittmittel einwerben können. In sieben Bundesländern ist die Grundschullehramtsausbildung verlängert worden. Gleichzeitig rollt die Pensionierungswelle. Das verschärft die Lage noch.
Was muss geschehen?
TepeDie Ausbildungskapazitäten an den Universitäten müssen dringend erhöht werden. Das gilt auch für die Zahl der Referendariats-Plätze. Vor allem in westdeutschen Bundesländern gibt es noch arbeitslose Gymnasialkräfte, die an der Grundschule eingesetzt werden könnten. Um den Lehrerberuf an der Grundschule attraktiver zu machen, müssten die Grundschullehrer genau so gut bezahlt werden wie ihre Kollegen am Gymnasium. Zudem müssen die Arbeitsbedingungen an den Schulen besser werden, damit es wieder attraktiver wird, als Lehrer zu arbeiten. Dazu gehört auch eine bessere Bezahlung.
