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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Attentat: „Es muss schon sehr viel Hass vorhanden sein“

27.04.2013
Frage: Herr Dr. Figge, in Hameln hat ein 74-Jähriger den Landrat Rüdiger Butte erschossen. Wie viel Hass braucht ein Täter für solch eine Tat?
Figge: Es kann sehr viel Hass dahinter stecken, aber es kann natürlich auch andere Motive geben. Wenn Hass der einzige Grund ist, muss schon sehr viel davon vorhanden sein. Ein anderes Motiv wäre, die Tat aus eigenem Vorteil zu begehen. In der Psychiatrie gibt es außerdem die wahnhafte Verkennung der Situation, auch bekannt als Michael-Kohlhaas-Syndrom. Dabei versucht der Täter durch sein Handeln eine vermeintliche Gerechtigkeit herzustellen.
Frage: Warum verwenden die Täter für ihre Attentate meist Schusswaffen?
Figge: Die Schusswaffe ist ein indirektes Tötungsmittel, bei dem der Täter den Gegner nicht berühren muss. So kann auch ein Rest an vorhandener Berührungshemmung ausgeschaltet werden.
Frage: Hätte sich die Tat verhindern lassen können?
Figge: Eine Verhinderung ist kaum möglich. In diesem Fall hatten die Behörden folgerichtig gehandelt, weil sie ihm den Waffenschein abgenommen hatten. So etwas kann aber nicht das illegale Besorgen von Waffen verhindern.
Frage: Warum begehen solche Täter oftmals nach ihrer Tat Suizid, wie es nun auch in Hameln geschehen ist?
Figge: Der Suizid lässt sich durch einen Überschwang der Gefühle erklären. Der Täter ist in einem Zustand höchster Erregung und nimmt keine Rücksicht – weder auf die Entdeckung der Tat noch auf die eigene Person.
Frage: Der Täter von Hameln wurde als „Waffennarr“ beschrieben. Ist das schon krankhaftes Verhalten?
Figge: Der „Waffennarr“ an sich ist noch keine psychiatrische Diagnose. Es gibt allerdings einen Grenzbereich. Zum einen gibt es den Waffensammler, der aus Begeisterung für die Historie oder die Technik Waffen sammelt. Zum anderen gibt es denjenigen, der immer mehr Waffen sammelt, weil er sich dadurch vor einer eingebildeten Gefahr schützen will. Dieses Verhalten ist meist krankhaft.

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