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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Es war wichtig, den Gipfel in Hamburg abzuhalten

12.07.2017
Frage: Der G20-Gipfel wurde von Gewalt überschattet. Sind solche Treffen noch das richtige Format?
Röttgen: Es gibt für das G20-Format keine bessere Alternative. Es wäre unverantwortlich, G20 aufzugeben. Denn das Wichtigste bei solchen Gipfeln ist die Möglichkeit, dass sich persönliches Vertrauen bildet. Es macht aber keinen Sinn, dass die Staats- und Regierungschefs von Heerscharen an Beamten und Beratern begleitet werden. Ein kleiner Gipfel lässt sich auch besser schützen. Es war richtig, den Gipfel in der weltoffenen Stadt Hamburg abzuhalten. Es muss auch in Zukunft möglich sein, dass solche Treffen in deutschen Großstädten stattfinden. Es wäre falsch und unverantwortlich, wenn wir uns von linksextremen Gewalttätern diktieren lassen würden, wo solch ein Gipfel veranstaltet wird und wo nicht.
Frage: Nach den Ausschreitungen wird der Ruf nach einem entschlosseneren Vorgehen gegen Linksextremisten laut. Sind wir auf dem linken Auge blind gewesen?
Röttgen: Es gab hier keine Versäumnisse bei den Behörden. Das Verhältnis der linken Szene zur politischen Gewalt ist traditionell ungeklärt. Linksautonome lehnen bis heute den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele nicht strikt ab. Das ist jetzt in Hamburg wieder erschreckend sichtbar geworden. Im Linksaußenbereich ist die Gewaltfrage ungeklärt. Es sollte endlich klar sein, dass Links- und Rechtsextremismus, linke und rechte Gewalt sich nicht sehr voneinander unterscheiden. Beide müssen entschieden bekämpft werden.
Frage: Die politischen Ergebnisse des Gipfels sind in den Hintergrund geraten. Was bleibt jenseits der Gewalt?
Röttgen: Das Wichtigste ist: Der G20-Gipfel hat Nationalismus und Protektionismus eine klare Absage erteilt. Das war ein wichtiges Ergebnis. Es hat für solche Forderungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump keine Unterstützung gegeben. Das sollte eine grundlegende Erfahrung für die amerikanische Administration sein. Die USA haben mit ihrer aktuellen Politik und dem Versuch der Spaltung nur eine Selbstisolierung erreicht. Dass Trump und Präsident Putin in Hamburg miteinander gesprochen und Fortschritte in der Syrienkrise wie etwa eine Waffenruhe erreicht haben, ist schon ein Erfolg an sich.

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