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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Essenszeiten sind Konstante an Bord des Forschungsschiffs

14.07.2016
Frage: Das Forschungsschiff Sonne ist zurück von seiner Reise. Was sollte erforscht werden?
Simon: Wir wollten auf der Forschungsreise von Neuseeland nach Alaska die Zusammensetzung und Verteilung von Bakteriengruppen – speziell die sogenannte „Roseobacter-Gruppe“ – im Pazifik erforschen. Wie die Pflanzen der Landvegetation in verschiedenen Weltregionen sind nämlich auch die mikroskopisch kleinen, unsichtbaren Bakterien in den Weltmeeren unterschiedlich verteilt. Sie haben für die globalen Stoffkreisläufe, zum Beispiel für den Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel, eine ungemein wichtige Bedeutung. Dafür haben wir vorab Stationen in dem sehr unterschiedlichen Gebiet festgelegt, an denen aus verschiedenen Wasserschichten von der Oberfläche bis in mehr als 5000 Meter Tiefe und vom Meeresboden Proben entnommen wurden.
Frage: Wie war die Arbeit an Bord des Forschungsschiffes „Sonne“?
Simon: Man kann sich die Forschungsfahrt so vorstellen, dass Wissenschaftler unterschiedlicher Gebiete – also Physiker, Chemiker und Biologen – dort zusammenarbeiten, Hand in Hand. Es war alles sehr gut aufeinander abgestimmt – kaum woanders wird so interdisziplinär gearbeitet wie in der Meeresforschung. Auch in Bezug auf die Mannschaft an Bord: Ohne sie hätten wir unsere Arbeit nicht machen können.
Frage: Wie sieht der Arbeitsalltag auf so einer Forschungsreise aus?
Simon: An insgesamt 21 Tagen der 34-tägigen Reise haben wir eine Station gehabt. Am Abend vorher wurde der Zeitablauf durchgeplant und optimiert – dass man die verschiedenen Probenentnahmen mit sehr unterschiedlichen Geräten taktet, ist ganz entscheidend. Da das Schiff insgesamt eine Strecke von 10 500 Kilometer zurücklegen und pünktlich am Ziel ankommen musste, durften wir keine unnötige Zeit verlieren. Wann wir mit der Arbeit begonnen haben, war unterschiedlich – morgens um 6 Uhr, mittags um 12 Uhr oder sogar gegen Mitternacht. Die einzig festen Zeiten an Bord waren die Essenszeiten. Wenn diese mit der Stationsarbeit kollidierten, mussten wir und auch die Schiffsmannschaft schichtweise in der sehr schönen Messe essen.
Frage: Und was ist bei der Reise herausgekommen?
Simon: Das kann man so noch nicht sagen. Die vielen eingefrorenen Proben sind nun in Oldenburg. Die Haupttätigkeit besteht ab jetzt darin, die Proben aufzubereiten und zu analysieren. Das dauert ungefähr zwei bis vier Jahre. Wir sind aber guter Dinge, dass sie viele neue Ergebnisse bringen werden – immerhin hat es so eine Forschungsreise in dem Gebiet noch nicht gegeben.

Prof. Meinhard Simonist Dozent am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Erstmals übernahm das ICBM die Leitung der Forschungsreise, die die Forscher von Neuseeland bis nach Alaska führte.


Infos unter   www.icbm.de/bgp/ 
Désirée Senft
Volontärin
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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