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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Jugendlichen interessante Ausbildung anbieten!

10.07.2018
Frage: Herr Dr. Müller, die Sommerferien haben begonnen, in der Region ist Entspannung spürbar. Gilt das auch für den Ausbildungsmarkt?
Müller: Schauen wir uns die Situation an! Im laufenden Ausbildungsjahr, das im Oktober 2017 begann, meldeten sich 6245 junge Leute bei uns, die einen Ausbildungsplatz suchen. Das sind 131 weniger als im Vorjahr, und dies spiegelt auch die sinkenden Schul-Absolventenzahlen. Das bedeutet also ein etwas geringeres Potenzial für Unternehmen, die Nachwuchs suchen. Ende Juni waren noch 2643 dieser Jugendlichen auf der Suche. Das ist das übliche Niveau.
Frage: Und, was wird?
Müller: Die meisten werden einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative finden, auch mit unserer Hilfe. Für Jugendliche und Betriebe gibt es auch jetzt die gute Möglichkeit, Ausbildungsverträge abzuschließen. Inklusive Nachvermittlung ist das noch bis Mitte Oktober möglich.
Frage: Welche Rolle spielen Jugendliche mit ausländischer Staatsbürgerschaft?
Müller: Eine zunehmende! Die Zahl dieser Bewerber lag Ende Juni bei 1011 – das waren 275 mehr als vor einem Jahr. Dies sehen wir positiv. Viele junge Leute, auch Flüchtlinge, machen sich hier quasi auf den Weg in unsere duale Ausbildung. Sie haben jetzt wichtige sprachliche Kenntnisse und berufliche Orientierung, auch durch Sprachförderung und Eignungstests in den Jobcentern und hier bei uns. Und die Betriebe brauchen sie.
Frage: Was fällt in der Gruppe derer, die einen Ausbildungsplatz suchen, sonst noch besonders auf?
Müller: Es gibt mehr Bewerber über 25 Jahren! Von den eingangs erwähnten 6245, die in diesem Ausbildungsjahr auf der Suche waren bzw. sind, sind 577 über 25, oft Studien-Aussteiger. Das sind 93 mehr als vor einem Jahr. Das ist sehr erfreulich. 27 oder 28 – das ist ja noch gar kein Alter, wenn man bedenkt, dass bis 67 oder noch länger gearbeitet werden soll. Unter den schon etwas älteren Studienaussteigern sind viele Potenziale. Was viele aus dieser Gruppe gar nicht wissen: Sie sind heiß begehrt! Betriebe schätzen sie auch wegen ihrer Lebenserfahrung.
Frage: Wie viele Nachwuchskräfte werden denn von den Unternehmen gesucht?
Müller: Im bisherigen Ausbildungsjahr sind uns 5136 Ausbildungsplatzangebote gemeldet worden. Das sind 183 mehr als vor einem Jahr. Dies zeigt eine zunehmende Ausbildungsbereitschaft an, um den Fachkräftebedarf zu decken.
Frage: Wie viele dieser Ausbildungsplätze sind denn noch unbesetzt?
Müller: Zum Monatswechsel 2456, in etwa wie in den Vorjahren. Da ist aber Dynamik drin – viele Betriebe und Bewerber werden noch zueinander finden. Aber es wird auch Unternehmen geben, die leer ausgehen.
Frage: Weshalb?
Müller: Angebote und Neigungen passen längst nicht immer. Beispiel: Für Tiefbau-Fachleute gibt es 88 gemeldete Ausbildungsplätze – aber nur 14 Bewerber. Im Hochbau ist es ähnlich (133/89), wie auch in der Gastronomie (127/50), im Lebensmittelverkauf (118/49) oder im Heizungsbau (123/87).
Frage: Wer kriegt seine Ausbildungsplätze am ehesten besetzt?
Müller: Diejenigen Betriebe, die als attraktive Arbeitgeber gelten. die eine interessante Ausbildung mit engagierter Betreuung und generell guten Arbeitsbedingungen anbieten.
Frage: Das muss ja erstmal bekannt werden.
Müller: Tue Gutes und rede darüber! Dazu kann zum Beispiel auch eine Beteiligung am Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der NWZ beitragen. Und natürlich auch, indem Praktikantinnen und Praktikanten gut betreut werden.
Frage: Was können Jugendliche tun, die auf der Ausbildungsplatz-Suche sind, aber noch nicht bei der Arbeitsagentur waren?
Müller: Sich bei uns melden! Dafür haben wir eine Hotline: 0800 4555500. Üblicherweise gibt es zuerst eine Berufsberatung. Und dann starten wir mit der Vermittlung.
Frage: Was ist Ihr guter Rat zum Schluss?
Müller: Jugendliche, die einen bestimmten Ausbildungsplatz suchen, und deren Eltern sollten auch einmal nach links und rechts schauen. Mancher, der eigentlich ins Büro strebt, wird vielleicht auch im gewerblichen technischen Bereich glücklich! Dort gibt es auch weniger Konkurrenz als bei Büroberufen. Dort ist es nämlich so: Es gibt 449 Bewerber – aber nur 198 gemeldete Ausbildungsplätze. Zur Orientierung lohnt – auch mit den Eltern – ein Besuch in unseren Berufsinformationszentren. Oder auf der Seite www.arbeitsagentur.de und www.berufe.tv
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040
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