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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Gesunde Bienenvölker erfordern Aufwand

15.06.2019
Frage: Herr Stöver, in Bremen ist die amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Sind Mitglieder Ihres Vereins betroffen?
Stöver: Nein. Wir haben zwar Mitglieder in Bremen, aber nicht innerhalb der jetzt eingerichteten Sperrbezirke. Wir müssen jetzt sehen, wie sich die Situation entwickelt.
Frage: Trifft Ihr Verein aufgrund der Nähe zu Bremen jetzt besondere Vorsichtsmaßnahmen?
Stöver: Das Veterinäramt gibt bekannt, wie mit der Faulbrut umzugehen ist. Von einigen Imkern wird das vielleicht auch nicht so ernst genommen. Im Verein haben wir Fachleute, die sich auskennen und mit den zuständigen Stellen zusammenarbeiten. Besondere Maßnahmen werden aber nicht ergriffen.
Frage: Gibt es aktuell Faulbrut-Fälle in Ihrem Verein?
Stöver: Wir haben im Herbst eine Honiganalyse gemacht und über 80 Futterkranzproben untersuchen lassen. Alle unsere Proben hatten als Ergebnis „Null“ – also ohne Sporen –, was wirklich hervorragend ist. Da waren auch Mitglieder aus dem Bremer Raum dabei, weshalb aus unserer Sicht die Randbereiche zu Bremen hin frei von Faulbrut sind. Es ist sehr mühsam, diese Untersuchungen durchzuführen, aber wir sehen eben den Erfolg.
Frage: Was richtet die Faulbrut eigentlich genau mit Bienen an?
Stöver: Das ist eine bakterielle Erkrankung der Brut, nicht der erwachsenen Bienen – die können nicht infiziert werden. Die Bienenlarven, die in den Zellen des Wabenwerks liegen, werden von Sporen befallen. Dabei zersetzen sie sich und sterben ab. Die Faulbrut ist hochinfektiös und wird von erwachsenen Bienen, die befallene Zellen säubern, weiter übertragen.
Frage: Und was können Sie als Imker gegen die Seuche unternehmen?
Stöver: Aussitzen kann man das Problem nicht. Es gibt die radikale Methode, die vom Tierarzt in harten Fällen angeordnet werden kann. Dabei werden Völker mit Schwefel abgeduscht und vollständig getötet. Zusammen mit dem benutzten Material wird dann alles über eine Müllverbrennungsanlage entsorgt. Als andere, weniger radikale Methode gibt es die Kunstschwarmsanierung. Dabei werden die erwachsenen Bienen, nach Möglichkeit zusammen mit der Königin, vom Nest getrennt. Das ist aber sehr aufwendig und erfordert eine Menge Sachverstand.
Frage: Herr Stöver, gibt es langfristig eine Perspektive für die Bekämpfung der Faulbrut?
Stöver: Es gibt Lösungen, aber die sind nicht in Deutschland zugelassen. Dabei werden spezielle Mittel in die Bienenvölker eingegeben, diese unterdrücken dann den Ausbruch der Faulbrut. Die Bienen bleiben allerdings weiterhin mit den Sporen belastet. Das ist nach deutschen Verordnungen nicht erlaubt, und ich finde das auch richtig so. Man kann die Faulbrut in Griff bekommen, wenn man die Pflege gut macht und die zusätzliche Arbeit auf sich nimmt.
Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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