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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Flüsse brauchen mehr Raum

04.03.2013

Frage: Lohnt es sich überhaupt, beschädigte Lebensräume zu reparieren?

Claus: Die Naturschutzprobleme lassen sich nicht aussitzen. Denn an einem bestimmten Punkt können ganze Flusssysteme umkippen: Wenn ein Gebiet bereits stark vorbelastet ist, kann eine weitere Ausbaumaßnahme das Ökosystem zum Kippen bringen, negative Prozesse können sich selbst verstärken und beschleunigen. Der Schneeball-Effekt führt dazu, dass der Eintrag von Schlick in den Fluss auch ohne weitere Eingriffe permanent zunimmt. Das hat sich zum Beispiel an der Ems gezeigt. Wenn so ein Umschlagspunkt erst einmal überschritten ist, kostet eine Sanierung viel Geld und Fläche.

Frage: Welche Möglichkeiten gibt es zur Renaturierung?

Claus: In den Niederlanden gibt es den Weg, bestimmte Gebiete für den Fluss wieder zu öffnen, damit sie sich bei Hochwasser auffüllen können. Diese Tidepolder haben sich etwa an der Schelde bewährt. Dieses Modell könnte auch für die Ems eine Hilfe sein.“

Frage: Lassen sich damit auch die Schlick- und Sauerstoffprobleme der belasteten Ems beheben?

Claus: Ein stark vertiefter Fluss muss wieder in die Breite gehen können, braucht also mehr Raum. Wir gehen davon aus, dass solche Tidepolder Teil eines Gesamtkonzeptes zur Sanierung der Unterems werden. Nach Einschätzung der Umweltverbände reichen sie aber als einzelne Maßnahme genauso weinig aus wie technische Lösungen, mit denen die Tide am Emssperrwerk gesteuert werden soll. Gefragt ist ein ökologisches Gesamtkonzept und die Kombination von Maßnahmen.

Beatrice Claus ist Naturschutzexpertin bei der Organisation World Wide Fund For Nature. Naturschützer sehen Europas große Flussmündungen, sogenannte Ästuare, in Gefahr. Am Wochenende fand in Leer eine Konferenz zur „Renaturierung Europäischer Ästuare“ statt.

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