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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Die Zeit des Herumeierns ist vorbei

22.02.2019
Frage: Zwar sind es noch rund zwei Monate, bis in Oldenburg wieder das „Ei“ fliegt, aber die Verantwortlichen der American-Footballer der Knights vom VfL um Holger Völling, der nach einem Intermezzo als Trainer nun wieder „nur“ Sportdirektor ist, und der Outlaws von GVO um Präsident Elmar Heidenescher liegen wie die in der Vorbereitung steckenden Teams natürlich keinesfalls auf der faulen Haut, oder? Hat es auch diesmal wieder solch einen Zulauf gegeben wie vor einem Jahr?
Elmar Heidenescher: Nicht ganz – mit rund einem Dutzend neuer Spieler haben wir etwas weniger Neuzugänge als im Vorjahr. Dafür sind das aber alles gestandene Spieler. Mit den „Oldlaws“, unserer Seniorentruppe, haben wir nun auch eine zweite Mannschaft am Start. Dadurch kommt es in diesem Jahr wieder zu einem Huntebowl, wenn unsere Zweite in der Landesliga gegen die Zweite der Knights spielt. Insgesamt haben wir fünf Mannschaften am Start.
Holger Völling: Bisher kann man sagen: weniger Quantität, dafür mehr Qualität, was unsere Neuzugänge betrifft. Aber wenn das neue Semester an der Uni beginnt, kommt erfahrungsgemäß noch einmal ein Schwung interessierter Spieler beim Training vorbei. Auch wir haben dieses Jahr fünf Mannschaften gemeldet.
Frage: Werden wir in diesem Jahr in Oldenburg wieder US-Importspieler sehen?
Völling: Unser Ziel ist es, irgendwann mal nur mit eigenen Spielern zu spielen. Da sind wir auch schon auf einem guten Weg. Aber in diesem Jahr werden wir auf jeden Fall noch mit zwei Amerikanern auflaufen.
Heidenescher: Wir werden in diesem Jahr erstmals einen Importspieler im Kader haben. Der sollte eigentlich nur als Trainer bei uns anfangen, aber nun hat es sich ergeben, dass er uns auch auf der Quarterback-Position unterstützt.
Frage: Wie viele Footballer gibt es eigentlich mittlerweile in Oldenburg?
Heidenescher: Nimmt man die Cheerleader mit dazu, die ja auch Teil des Teams sind, kommen wir wohl auf rund 600.
Frage: Damit kann man Oldenburg ja durchaus als Football-Hochburg bezeichnen. Woran liegt es, dass der Sport gerade hier so populär ist?
Völling: Durch die Polizeiakademie, die Bundeswehr und die Uni haben wir hier in Oldenburg einen im Vergleich zu anderen Städten niedrigen Altersschnitt. Wenn man sich unseren Kader anschaut, haben wir eine ganze Menge Spieler, die einer dieser drei Gruppen angehören.
Heidenescher: Oldenburg ist eine zen­trale Stadt in einem ländlichen Gebiet. Viele der Spieler kommen aus den umliegenden Gemeinden, wo es bisher noch keine Teams gab. Wobei sich da auch langsam was tut, wie man an Westerstede und Hude sieht.
Frage: Graben sich zwei Teams in einer Stadt dieser Größe nicht gegenseitig das Wasser ab?
Heidenescher: Im Gegenteil – wir haben zwei Teams, die beide ordentlich Werbung machen. Dadurch wird das Thema Football viel breiter gestreut als nur bei einem Team. Die Konkurrenz tut uns also eher noch gut. Das zieht Leute an, weil sie sehen, was in Oldenburg abgeht in Sachen Football.
Völling: Es ist gute Werbung für unseren Sport, weil wir hier zwei Mannschaften mit gutem Potenzial haben. In Sachen Sponsoring sind wir uns bisher noch nicht ins Gehege gekommen.
Frage: In diesem Jahr spielen die Knights weiter in der Regionalliga, die Outlaws nach dem erneuten Aufstieg nun direkt darunter in der viertklassigen Oberliga. Wie weit sind denn schon die Planungen für die nächsten Jahre fortgeschritten?
Heidenescher: Ich schaue erst einmal von Jahr zu Jahr. Wir wollen gern in die Regionalliga und dann erst einmal zur Ruhe kommen. Finanziell ist das kein großer Unterschied, ob man Ober- oder Regionalliga spielt. Aber wir wollen nicht den gleichen Fehler wie andere Teams machen, wo die Organisation rund ums Team sich nicht in dem Maße entwickelt hat wie der sportliche Erfolg. Da sind wir zum Glück schon weiter als andere Teams in der Oberliga und sehr professionell aufgestellt. Wir nutzen schon jetzt Hilfsmittel, die eigentlich erst ab der 2. Liga gefordert sind.
Völling: Ich mache mir durchaus schon Gedanken über 2020. Wir gehen zwar nicht mit dem Ziel Aufstieg in die Saison, aber wenn wir uns für die Relegationsspiele qualifizieren sollten, wollen wir die natürlich auch spielen. Bei einem Aufstieg müssten wir unser Budget dann gleich verdoppeln fürs nächste Jahr und bräuchten mehr Leute im Umfeld der Mannschaft. So etwas muss frühzeitig geplant werden. Es wäre ja peinlich, sportlich aufzusteigen, um dann zu sagen: Sorry, das können wir leider nicht stemmen.
Frage: Football ist ja ein Sport, der damit wirbt, dass für jeden etwas dabei ist – jeder wird gebraucht. Früher gab es durchaus Spieler, die vorher noch nie ernsthaft Sport getrieben hatten, es aber trotzdem geschafft haben, sofort relativ hochklassig einzusteigen. Ist das heute noch möglich?
Heidenescher: Die Anforderungen an die Spieler sind in den vergangenen Jahren gestiegen und werden in Zukunft auch noch weiter steigen. Für Football-Anfänger, die vorher auch in anderen Sportarten noch nicht im Leistungsbereich unterwegs waren, wird es immer schwieriger werden, direkt in der ersten Mannschaft zu beginnen.
Völling: Das sehe ich ähnlich. Es wird immer komplexer und athletischer. Deshalb arbeiten wir mittlerweile auch mit eigenen Athletik- und Mentaltrainern.
Heidenescher: Das sieht bei uns genauso aus. Auch in Sachen Ernährung unterstützen wir unsere Spieler auf Wunsch mit Ernährungsplänen – und ohne Physiotherapeuten geht auf dem Niveau sowieso nichts mehr.
Frage: Die Zeit des Herumeierns, um es etwas flapsig zu formulieren, ist also längst vorbei?
Völling: Das, was die Outlaws und wir machen, ist Leistungssport. Da sind Sachen wie mentale Stärke, Athletik und eine sportgemäße Ernährung genauso wichtig wie das Training mit dem Ball.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Sports in Deutschland?
Heidenescher: Football entwickelt sich in die richtige Richtung und hat noch sehr viel Potenzial. Mittlerweile werfen auch kleinere Orte neue Mannschaften auf den Markt. Hilfreich ist für uns auch, dass jetzt öfter als früher Spiele im Fernsehen übertragen werden.
Völling: Wir können beide nicht über Mitgliedermangel klagen – von daher sehe ich sehr optimistisch in die Zukunft.
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