• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Forscher nehmen Meeresoberfläche unter die Lupe

11.08.2015
Frage: Herr Wurl, mit welchen Fragen beschäftigen Sie sich auf dem Hamburger Forschungsschiff Meteor, mit dem Sie derzeit vor Gotland (Schweden) unterwegs sind?
Wurl: An Bord sind 30 Wissenschaftler von drei Instituten, sechs davon vom ICBM am Standort Wilhelmshaven, mit der Aufgabe, Auftriebsgebiete zu untersuchen. Auftriebsgebiete sind durch das Aufströmen von kaltem Tiefenwasser definiert. Wir beschäftigen uns mit dem Gasaustausch zwischen Atmos-phäre und Ozean, und auf dieser Fahrt insbesondere in Auftriebsgebieten. Wir sind interessiert, inwieweit die Meeresoberfläche die Aufnahme von klimarelevanten Gasen durch das Meer kontrolliert. Die Forschungsgruppe wird für fünf Jahre mit 1,5 Millionen Euro  vom Europäischen Forschungsrat finanziert. Unsere Gruppe ist die einzige auf der Welt, die sich Vollzeit mit biochemischen Prozessen direkt an der Meeresoberflächen beschäftigt.
Frage: Was wird untersucht?
wurl: Meeresoberflächen stellen eine Grenzfläche dar, und deren Schicht ist weniger als einen Millimeter dick. Das macht es sehr schwierig, diese Fläche zu untersuchen. Darin sind Mikroben (Bakterien und Algen) und organische Moleküle angereichert, die den Gasaustausch in einem noch unbekannten Maß beeinflussen. Unsere Aufgabe ist, diese Prozesse zu untersuchen und damit Klimamodelle zur Vorhersage zu verbessern.
Frage: Was haben Sie für Instrumente in Gebrauch?
Wurl: Eine Boje misst die Gasaustauschraten. Mit einem ferngesteuerten Katamaran, am ICBM in Wilhelmshaven entwickelt, werden in Form eines schwimmenden Labors hochauflösend chemische und biologische Parameter direkt an der Meeresoberfläche untersucht.
Frage: Gibt es schon erste Beobachtungen?
Wurl: Wir schauen uns die Daten nach jeder Fahrt des Katamarans genau an und messen eindeutig Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung an der Meeresoberfläche, verglichen mit den darunterliegenden Wassermassen. Auch Unterschiede bei den Temperaturen von bis zu 0,2 Grad sind deutlich.

Dr. Oliver Wurlist Meereswissenschaftler an der Universität Oldenburg. Der 43-Jährige ist Gruppenleiter der Arbeitsgruppe „Meeresoberflächen“ am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) am Standort Wilhelmshaven.


Infos unter   www.icbm.de 
Tanja Henschel
Barßel
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2906

Weitere Nachrichten:

Universität Oldenburg

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.