• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Für mich gibt es kein Zurück in die erste Reihe

10.10.2015
Frage: Herr Gysi, Sie treten ab als Fraktionschef der Linken. Fällt Ihnen der Rückzug aus der ersten Reihe schwer?
Gysi: Ehrlich gesagt: Wehmut kommt nicht auf bei mir. Die Entscheidung aufzuhören, habe ich für mich schon im Mai 2013 getroffen. Ich bereue sie nicht, bin mit mir im Reinen, und freue mich jetzt auf mein neues Leben. Es ist vorbei!
Frage: Ein Freund von Ihnen hat einmal gesagt: „Gysi ist ein Gaukler, er braucht die Bühne!“
Gysi: Ich werde natürlich ein politischer und wahrnehmbarer Mensch bleiben. In den nächsten Monaten werde ich meine Autobiografie schreiben. Da gibt es viel zu tun. Ein Politiker sollte immer dann gehen, wenn er den Zenit seines Ansehens erreicht hat. Sie dürfen nicht vergessen: Ich war schon einmal weg, zwischen 2002 und 2005. Zurückgekommen bin ich nur, weil mich Oskar Lafontaine überredet hat – mit seiner Idee, aus PDS und WASG eine starke gesamtdeutsche Partei zu machen.
Frage: Ein weiteres Comeback schließen Sie aus?
Gysi: Natürlich bin ich auch eitel. Ich stehe gerne in der Öffentlichkeit, halte es aber auch ohne aus. Für mich gibt es kein Zurück in die erste Reihe. Im nächsten Jahr werde ich entscheiden, ob ich noch einmal als Abgeordneter kandidieren werde. Mal sehen. Mich reizt die Idee, eines Tages Alterspräsident des Bundestages zu werden. Dann könnte ich vor dem Bundestag eine Eröffnungsrede ohne jede zeitliche Begrenzung halten. (lacht)
Frage: Was war Ihr größter Fehler in der Politik?
Gysi: Es war ein Fehler, dass ich im Juni 1990 nicht versucht habe, Michail Gorbatschow zu treffen. Mit ihm hätte ich noch einige Dinge bereden müssen, die wichtig gewesen wären, um die deutsche Einheit etwas anders und besser zu gestalten.
Frage: ... der größte Erfolg?
Gysi: Es ist gelungen, dass die ostdeutschen Eliten und die mittlere Funktionärsebene der DDR ihren Platz im vereinten Deutschland gefunden haben. Das war nicht leicht. Für mich ist es auch ein Erfolg, dass wir im Bundestag eine akzeptierte linke Opposition haben. Auch viele Anhänger der Union finden nicht falsch, dass es uns im Bundestag gibt.
Frage: Kommt eine Koalition mit der SPD infrage?
Gysi: Die Linke muss regieren wollen! Wenn wir das nicht ausstrahlen, machen wir es den anderen viel zu leicht.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.