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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Gentechnik kann ein Segen sein“

18.05.2013
Frage: Frau Dr. Heinen-Kljajic, die Schauspielerin Angelina Jolie hat sich beide Brüste amputieren lassen, weil ein Gentest ihr ein hohes Krebsrisiko bescheinigt hat. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?
Heinen-Kljajic: Ich stelle es mir furchtbar vor, mit einer solchen Diagnose konfrontiert zu werden. Es ist eine brutale Entscheidung, die Frau Jolie hat treffen müssen. Aber wenn sie dadurch verhindern kann, an Krebs zu erkranken, ist es vermutlich eine kluge Entscheidung.
Frage: Eine Ministerin der Grünen lobt die Gentechnik?
Heinen-Kljajic: Ich persönlich habe mich nie kritisch zur medizinischen Nutzung der Gentechnik in Deutschland geäußert. Es gibt viele Bereiche in der Medizin, in denen gentechnische Verfahren zum Einsatz kommen, die ein Segen für die Menschheit sind.
Frage: Anfang der Woche ist Niedersachsen dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Ist das für Sie kein Widerspruch?
Heinen-Kljajic: Bei diesem Netzwerk geht es ausschließlich um landwirtschaftliche Produkte. Ob wir wirklich gentechnisch veränderte Lebensmittel brauchen, ist eine gerechtfertigte Frage, weil die Risiken, die damit verbunden sind, nicht einschätzbar sind. Die Initiative bezieht sich ausdrücklich nicht auf die medizinische Forschung.
Frage: Mit der European Medical School wird an der Uni Oldenburg gerade ein neuer Bereich aufgebaut. Bleiben Sie bei den Zusagen Ihrer Vorgängerregierung, vor allem was die Finanzierung betrifft?
Heinen-Kljajic: Ja. Die European Medical School ist ein spannendes Projekt, nicht nur für diese Region, auch hochschulpolitisch. Es integriert erstmals die medizinische Ausbildung in die Bachelor-Master-Struktur und ist damit ein bundesweites Pilotprojekt. Damit werden wir in Niedersachsen zeigen, dass diese Form der Medizinerausbildung nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll ist.
Frage: Ist der Ausbau nach dem Wegfall der Studiengebühren noch zu finanzieren?
Heinen-Kljajic: Solche Bedenken sind vollkommen unbegründet. Der Wegfall der Studiengebühren wird zu 100 Prozent kompensiert. Die Universitäten erhalten für jeden Studierenden den gleichen Betrag, den sie auch mit Studiengebühren bekommen hätten. Nur, dass das Geld nicht mehr von den Studierenden kommt, sondern aus dem Landeshaushalt. Das bedeutet auch: Wenn mehr Studenten nach Niedersachsen kommen, gibt es auch mehr Geld für die Hochschulen.
Frage: Wo soll das Geld denn herkommen?
Heinen-Kljajic: Das Geld wird über Umschichten durch alle Ressorts aufgebracht. Wir reden im Ministerium für Wissenschaft und Kultur über einen Betrag von neun Millionen Euro, bei einem Etat von fast drei Milliarden Euro. Sie können sicher sein, dass wir das hinbekommen, ohne dass wir irgendwo eine große Kürzungsaktion starten müssen. Und um auch die letzten Zweifler zu überzeugen: Wir werden den Zukunftsvertrag, der die finanzielle Ausstattung der Hochschulen garantiert, bis 2018 fortschreiben.
Frage: Es gibt Befürchtungen, dass Sie bei der Kulturförderung sparen wollen und die Landschaftsverbände künftig weniger Geld bekommen.
Heinen-Kljajic: (lacht) Das ist ein Sturm im Wasserglas, den die Opposition ausgelöst hat. Für solche Befürchtungen gibt es keinen Grund, das haben wir mit den Landschaften auch längst besprochen. Ich werde die Mittel weder kürzen noch anders verteilen.
Frage: Sie wollen den nicht-staatlichen Kultursektor stärker fördern. Müssen das Staatstheater Oldenburg und andere staatliche Einrichtungen jetzt Angst haben?
Heinen-Kljajic: Nein. Aber wenn ich mir unseren Kulturhaushalt in Niedersachsen angucke, stelle ich fest, dass das Gros der Mittel über staatliche Kultureinrichtungen gebunden ist. Davon profitieren vor allem die großen Städte wie Oldenburg, Braunschweig oder Hannover. In der Fläche gibt es vergleichsweise wenig staatliche Kulturangebote, dabei hätten die Menschen dort auch einen Anspruch darauf. Es geht aber nicht darum, den staatlichen Anbietern etwas wegzunehmen.
Frage: Was ist mit der Kunsthalle Emden? Sie ist ein Leuchtturm-Projekt für den Nordwesten, auch dort gibt es Zweifel an der Finanzierung.
Heinen-Kljajic: Dazu gibt es keinen Anlass, im Gegenteil. Ich habe für die Kunsthalle Emden 300 000 Euro pro Jahr zusätzlich für den Haushalt angemeldet. Kürzen sieht anders aus. Sicher ist diese Summe aber noch nicht, denn über den Haushalt entscheidet der Landtag.
Frage: Hat es Sie geärgert, dass Ihre Vorgängerregierung noch kurz vor dem Regierungswechsel den Posten des Generalintendanten des Oldenburgischen Staatstheaters neu besetzt hat?
Heinen-Kljajic: Ich fand das nicht glücklich, es gab keinen zwingenden Grund, so schnell zu entscheiden, wenige Tage vor einer Landtagswahl. Ich hätte mir gewünscht, man hätte den Wahltermin abgewartet. Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass die Entscheidung für Christian Firmbach als neuen Generalintendanten falsch war. Die Art und Weise fand ich nicht so gut.
Claus Gorgs stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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