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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Geschützter Raum für Betroffene und Angehörige

01.04.2016

Frage: Frau Tietjen-Müller, die Johanniter bieten ab dem 23. April das Café „TrotzDem(enz)“ an. Was verbirgt sich dahinter?

Tietjen-Müller: Das Café ist ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und Freunde. Im Moment gibt es noch nicht so viele Angebote, bei denen sie etwas gemeinsam unternehmen können. Viele Demenzkranke ziehen sich auch zurück und trauen sich gar nicht so richtig, in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir wollen ihnen die Möglichkeit bieten, etwas gemeinsam zu erleben. Dass sie raus und unter Menschen kommen, ohne an ihre Erkrankung zu denken. Insgesamt geht es darum, dass Menschen mit Demenz und Angehörige die Chance haben, ganz in Ruhe in einem geschützten Rahmen etwas zu unternehmen.

Frage: Wie erleben Demenzkranke ihre Umwelt?

Tietjen-Müller: Gerade in der frühen Phase der Demenzerkrankung können Betroffene den Großteil ihres Alltags oftmals noch alleine meistern. Wie jeder die Erkrankung erlebt, ist dabei sehr individuell. Es geht aber vor allem darum, dass die Betroffenen nicht vereinsamen, sondern unter Menschen kommen und sich trauen, raus zu gehen.

Frage: Wie können Angehörige mit Betroffenen umgehen?

Tietjen-Müller: Wenn die Diagnose gestellt ist, gibt es für Angehörige die Möglichkeit, sich beraten zu lassen und an Schulungen teilzunehmen, etwa zum Thema Umgang mit Demenz. In Angehörigengruppen kann man sich mit anderen Angehörigen austauschen und sich Tipps holen oder über Erfahrungen sprechen, beispielsweise die sie mit Ärzten oder im Krankenhaus gemacht haben.

Frage: Wie merkt der Betroffene, dass er an Demenz leidet?

Tietjen-Müller: Wichtig ist, dass man eine Diagnose bekommt und den Weg zum Hausarzt und später zum Facharzt geht, um festzustellen, ob es sich um eine Demenz handelt. Es gibt auch behandelbare Ursachen, die demenzielle Symptome auslösen können. Man sollte sich einfach fachliche Hilfe holen.

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Carmen Tietjen-Müller(46) ist Di­plompädagogin und engagiert sich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe und bei der Alzheimer Gesellschaft Oldenburg. Das nächste Café findet am 23. April von 15 bis 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Güstrower Weg 1a, in Oldenburg statt.


Infos unter   www.johnniter.de/oldenburg 
Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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