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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Nur 9 von 35 im Rat sind Frauen

08.03.2019
Frage: Wie sehen Sie die Entwicklung der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern allgemein?
Anke Wilken: Vor rund 100 Jahren (1918) wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt, 1949 wurde die Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Grundgesetz verankert. Bis in die 50er, 60er und sogar 70er Jahre hinein benötigten verheiratete Frauen jedoch das Einverständnis des Ehemannes, um ein Bankkonto zu eröffnen bzw. arbeiten zu dürfen. Vergewaltigung in der Ehe wurde erst 1997 eine Straftat. Wahlrecht, das Recht auf ökonomische Unabhängigkeit und körperliche Unverletztheit („nein“ heißt „nein“) ist uns heute eine Selbstverständlichkeit. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass diese Selbstverständlichkeiten – obwohl sie es sein sollten – keine sind, sondern langwierig von Frauen erkämpft wurden. Eine wirkliche Gleichberechtigung ist nach wie vor nicht erreicht.
Frage: Wie hat sich die Gleichberechtigung im Arbeitsleben entwickelt?
Wilken: Auch wenn die Berufstätigkeit von Frauen mittlerweile zur Normalität in unserer Gesellschaft gehört, so sind Frauen nach wie vor deutlich weniger in Führungspositionen vertreten, verdienen weniger Gehalt (Gender Pay Gap) und sind vorwiegend für die Familienarbeit zuständig. Teilzeittätigkeiten, Mini- und Midijobs sind häufige Arbeitsmodelle von Frauen mit der Folge, dass auch Altersarmut weiblich ist. Natürlich hat sich die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert – eine wirkliche Gleichstellung ist aber noch lange nicht erreicht.
Frage: Wo steht die Gemeinde Rastede in Sachen Gleichberechtigung?
Wilken: Chancengleichheit und Gleichberechtigung zu fördern, ist eine gesamtgesellschaftliche und gesetzlich verankerte Aufgabe der Kommunen. Die Gemeinde Rastede ist hier auf einem guten Weg. Doch die Herausforderungen sind beginnend mit tradierten Rollenbildern und -klischees sehr komplex. Neben der Förderung von Rahmenbedingungen und Zugängen ist die ganze Gesellschaft gefragt, mit einer wertschätzenden und anerkennenden Haltung Gleichberechtigung und Diversität in allen Lebensbereichen und -phasen zu ermöglichen.
Frage: Woran muss in der Gemeinde noch gearbeitet werden?
Wilken: Ein zentrales Anliegen der Gleichstellung muss eine möglichst paritätische Mitwirkung von Frauen am politischen Geschehen sein. Politik heißt gestalten. Frauen stellen ungefähr die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland und sollten ihre Anliegen, Bedarfe, Interessen und Sichtweisen demgemäß auf politischer Ebene vertreten. Im Deutschen Bundestag liegt der Frauenanteil bei lediglich 31 Prozent, im Niedersächsischen Landtag bei 28 Prozent und in Niedersächsischen Kommunalparlamenten durchschnittlich bei 24 Prozent (Stand 2019). Doch gerade auf kommunaler Ebene können Frauen ganz konkret viel bewegen. Im Gemeinderat von Rastede liegt der Frauenanteil bei knapp 26 Prozent (35 Ratsmitglieder, davon 9 Frauen). Es wäre wünschenswert, dass mehr Frauen sich aktiv für ihre Interessen einsetzen und die Gemeinde mit gestalten.
Frage: In welchen Fällen melden sich Frauen bei Ihnen?
Wilken: Die Schwerpunktthemen sind Möglichkeiten familienfreundlicher Arbeitszeitgestaltung, Konfliktsituationen am Arbeitsplatz aber auch innerfamiliäre Problemlagen.
Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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