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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Was Geschke und Co. lernen müssen

11.12.2018
Frage: Herr Bötel, Deutschlands Handballerinnen stehen bei der EM in Frankreich mal wieder unter Druck. Wie bewerten Sie die bisherigen Auftritte der neuformierten Nationalmannschaft?
Bötel: Ich finde, man sieht schon recht deutlich die Handschrift des neuen Trainerteams um Chefcoach Henk Groener. Das deutsche Spiel hat sichtbar an Tempo gewonnen. Wann immer sich die Chance ergibt, wird schnell gespielt. Überhaupt hat die Nationalmannschaft in allen Bereichen an Qualität hinzugewonnen.
Frage: Das alles reicht aber wohl noch nicht aus, um bei dieser EM nach Jahren der internationalen Flaute mal wieder in ein Halbfinale einzuziehen. . .
Bötel: Gut, rein rechnerisch ist noch etwas möglich. Doch geht es nicht darum, Druck aufzubauen. Die EM hat bislang klar unterstrichen, dass die Teams international qualitativ immer mehr zusammenrücken. Letztlich entscheiden nur Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Und ich habe – wenn ich an die Partien gegen Norwegen und gegen Spanien oder an die zweite Halbzeit gegen Ungarn denke – viele Phasen und auch Spiele gesehen, in denen sich diese junge deutsche Mannschaft auf Augenhöhe mit den gestandenen Handballnationen präsentierte. Darum geht es am Ende ja auch: Wir wollen den Frauenhandball in Deutschland mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio 2020 wieder an die Weltspitze bringen.
Frage: Das führt sofort zur Frage: Was fehlt dieser Mannschaft noch, um nach ganz oben schauen zu können?
Bötel: Wie gesagt, das deutsche Team ist auf einem guten Weg. Es muss aber noch lernen, 60 Minuten lang auf ein Spiel fokussiert zu bleiben. Wenn das gelingt, minimiert man zwangsläufig die Fehler und kommt mehr und mehr zu einer konstanten Leistung. Um einen Großen zu schlagen oder in einer hektischen engen Schlussphase die 50:50 Chance auf den Sieg für sich zu nutzen, muss man in jedem Spiel sein Level halten.
Frage: Leichter gesagt als getan!
Bötel: Ja klar. Aber das muss halt das Ziel der Arbeit sein. Das wissen auch Henk Groener, Heike Horstmann und das ganze Team. Andererseits sind die Schwankungen bei einem so jungen Team wie dem deutschen völlig normal. Das gehört zu einer Entwicklung dazu. Wenn man sich allein nur die Rückraumachse anschaut: Da ruht die Last auf noch ganz jungen Schultern. Alicia Stolle und Emily Bölk sind 22 beziehungsweise 20 Jahre alt. Xenia Smits ist mit 24 Jahren da schon die Erfahrenste im Rückraum. Diese Spielerinnen, das ist doch klar, dürfen Fehler machen und laufen bei dieser EM auf, um zu lernen.
Frage: Haben Sie da nicht ihre eigene Spielerin Angie Geschke vom VfL Oldenburg vergessen?
Bötel: Nein, natürlich nicht. Aber Angie bekommt aktuell nicht die mega vielen Spielanteile. Gleichwohl ist sie wichtig fürs Team. Sie ist die einzige Spielerin über 30, die den Jungen mit ihrer Erfahrung und Ruhe etwas mitgeben kann.
Frage: Kommen wir zum Showdown am Mittwoch gegen die Niederlande. Deutschland benötigt im letzten Hauptrundenspiel unbedingt einen Sieg, um überhaupt noch an Gruppenplatz 2 oder 3 denken zu dürfen. Wie schätzen Sie die Chancen ein?
Bötel: Die Niederlande sind als WM-Dritter und mit diesem international erprobten aktuellen Jahrgang an Spielerinnen klar in der Favoritenrolle. Die Topspielerinnen Tess Wester, Laura van der Heijden, Lois Abbingh und Kelly Dulfer sind uns in Oldenburg ja alle ein Begriff. Aber das haben wir vor dem Norwegen-Spiel auch gesagt. Und da hat man gesehen, zu welch starker Leistung unsere Mannschaft fähig ist, wenn sie als Einheit agiert, wenig Fehler macht und das Torewerfen auf viele Schultern verteilt. Ich denke, am Ende wird auch die Tagesform und das Torfrauenduell für den Spielausgang mit entscheidend sein.
Frage: Das hört sich doch gar nicht so schlecht an. . .
Bötel: Wie gesagt: Alle Mannschaften liegen bei dieser Europameisterschaft leistungsmäßig dicht beieinander – und die deutsche Mannschaft wird ihren Fokus noch einmal ganz auf dieses Spiel legen. Chancenlos ist sie keineswegs.
Otto-Ulrich Bals Autor
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