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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Heimischen Brutvögeln per Satellitensendern auf der Spur

12.06.2013
Frage: Frau Oberdiek, Kornweihen gehören zu den seltensten und am stärksten bedrohten Brutvögeln in Deutschland. Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat eigens ein Projekt zur Rettung der Kornweihe initiiert.Warum ist diese Vogelart so gefährdet?
Oberdiek: Kornweihen waren früher weit verbreitet in den nordwestdeutschen Moor- und Heidelandschaften. Heute brüten sie nur noch regelmäßig auf den Ostfriesischen Inseln im UNESCO-Weltnaturerbe und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. In ganz Deutschland gibt es aktuell weniger als 50 Brutpaare, mehr als die Hälfte davon brütet auf den niedersächsischen Wattenmeerinseln. Der Nationalpark besitzt daher eine herausragende Bedeutung, aber auch nationale Verantwortung für den Schutz und Erhalt der Kornweihen in Deutschland. Seit einigen Jahren geht aber auch hier der Brutbestand deutlich zurück.
Um ehrlich zu sein, wir wissen aktuell nicht, welche Gründe dahinter stecken. Die bisherigen Ergebnisse unserer Untersuchungen seit dem Projektstart 2007 zeigen, dass Kornweihen in ihren Brutrevieren auf den Wattenmeerinseln erfolgreich brüten und viele Küken großziehen. Kornweihen sind aber auch Zugvögel und so können die Gründe für die starke Gefährdung auch außerhalb des Wattenmeeres liegen, also in den Rast- und Überwinterungsgebieten.
Frage: Wie sieht das Projekt konkret aus?
Oberdiek: Neben den Untersuchungen während der Brutzeit wollen wir in den kommenden Jahren mit Hilfe von kleinen Satellitensendern, die wir den Kornweihen als „Rucksack“ mitgeben, die genauen Rast- und Überwinterungsgebiete der Kornweihen herausfinden. Um die Populationsdynamik besser zu verstehen, müssen wir den kompletten Jahreslebensraum und die dortigen Überlebensbedingungen für Kornweihen kennen. Nur so können Schutzmaßnahmen bei uns im Wattenmeer erfolgreich sein
Frage: Wie schätzen Sie die Zukunft der Kornweihen im niedersächsischen Wattenmeer ein?
Oberdiek: Basierend auf den Ergebnissen ist unser maßgebliches Ziel, geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln und sofort umzusetzen, um daraus ein effektives Schutzkonzept für Kornweihen erstellen zu können. Ich bin sicher, dass damit die Kornweihe auch weiterhin eine Charakterart der Dünenlandschaften im Weltnaturerbe Wattenmeer sein wird.

Nadine Oberdiek ist seit 2009 an der Universität Oldenburg in der AG Landschaftsökologie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Kornweihen-Projekt verantwortlich.


Infos unter   www.landeco.uni-oldenburg.de 
Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
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