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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Herdenschutz kann Nutztierrisse durch Wölfe verringern

12.08.2017
Frage: Erstmals ist – am Schluchsee – ein Wolf erschossen aufgefunden worden. Wie beurteilen Sie das?
Hendricks: Wir erwarten eine sorgfältige Ermittlung der Umstände und hoffen sehr auf Aufklärung. Der illegale Abschuss eines Wolfs oder eines Luchses ist eine Straftat, die mit Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Es geht nicht, dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln. Das Tier hat sich seit Juni in Baden-Württemberg wie ein typischer Wolf unbemerkt aufgehalten und ist nirgends aufgefallen. Hinweise darauf, dass der Wolf in der Region Nutztiere wie Schafe oder Ziegen angegriffen oder gerissen hat, liegen uns auch nicht vor.
Frage: Warum sollten die Bestände nicht durch eine Abschussquote reguliert werden, wie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt es fordert?
Hendricks: Durch Wiederholung wird diese dem bestehenden Wolfsschutz entgegenstehende Forderung wirklich nicht besser! Rechtlich ist sie ohnehin nicht haltbar. Und darüber hinaus hilft die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden! Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren ist weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend ist, wie gut oder schlecht vor allem Nutztiere geschützt sind. Nutztiere werden ja vor allem dort vermehrt gerissen, wo Wölfe neue Territorien besiedeln und die Tierhalter sich noch nicht auf die Anwesenheit von Wölfen eingestellt haben. Die Lausitz ist ein gutes Beispiel dafür, wie konsequenter Herdenschutz die Anzahl von Rissen reduziert hat.
Frage: Was schlagen Sie vor, um Tierhaltern zu helfen?
Hendricks: Die existierenden Angebote zum Herdenschutz sind und bleiben zurzeit die Mittel der Wahl. Dazu gehört die Förderung durch die Länder für wolfssichere, elektrisch geladene Schutzzäune und für Herdenschutzhunde für Schafe. Einen 100-prozentigen Schutz kann es aber nicht geben. Es wird immer wieder zu Nutztierrissen kommen, an denen auch eine Bejagung nichts ändern würde. Wölfe, die wiederholt Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Tiere reißen oder sich gegenüber Menschen besonders distanzlos zeigen, können schon jetzt erschossen werden.
Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
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