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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Herr Kühnl, warum kauft man sich einen Transrapid?

13.09.2017
Frage: Herr Kühnl, warum kauft man sich einen Transrapid?
Kühnl: Mein Urgroßvater Hermann Kemper gilt als Erfinder der Magnetschwebetechnik. Er studierte nach dem Ersten Weltkrieg in Hannover Elektrotechnik und da kam ihm der Gedanke, Züge mittels Elektromagneten zum Schweben zu bringen. 1927 stieg er ins elterliche Unternehmen für Fleischwarenfabrikation ein. Da hatte er dann auch das nötige Kleingeld, um seinen Traum zu verwirklichen. Er errichtete Versuchsstände in der Werkstatt des Betriebes und das ist dann 1934 in ein Patent eingeflossen.
Frage: Also schon eine Familienangelegenheit?
Kühnl: Natürlich freut es uns, dass der Transrapid jetzt dahin wieder zurückkommt, wo alles begann. Das zeigt auch ein bisschen, dass traditionelle Wurstproduktion und Hochtechnologie sich nicht unbedingt ausschließen müssen.
Frage: Nortrup ist Endstation, was passiert mit dem Zug?
Kühnl: Wir werden ihn in die Nähe unseres Verwaltungsgebäudes aufstellen. Dort haben wir eine Trasse gegossen, auf die er am Donnerstag aufgeständert wird. Zwei der drei Sektionen werden zu Konferenz- und Schulungsräumen. Wir versuchen dabei, möglichst den Charakter des Zuges bestehen zu lassen, so dass wir da stilecht bleiben.
Frage: Und das letzte Drittel des Zuges?
Kühnl: Das wird für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Wir errichten einen kleinen Anbau, ein kleines Museum, nichts Großes, wo wir erklären, warum hier in Nortrup an einer Fleischwarenfabrik ein Transrapid steht.
Frage: Sind Sie eigentlich schon mal Transrapid gefahren?
Kühnl: Ja, seinerzeit als Kind in Lathen auf der Teststrecke und einmal auch in Schanghai – da fährt der Transrapid 08. Was wir ersteigert haben ist ja das Nachfolgemodell, der 09er, der für die Strecke von München zum Münchner Flughafen gebaut wurde.

Wolfgang Kühnl ist Lebensmitteltechnologe und Geschäftsführer bei der Kemper GmbH & Co KG in Nortrup. Der 36-Jährige ist verheiratet und Vater eines Kindes. Das Fleischwaren-Unternehmen Kemper hatte 2016 den „Transrapid 09“ ersteigert. Der Preis: 200 001 Euro.

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