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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Herz über Kopf den Musikertraum leben

13.08.2016
Frage: Was ist das für ein Gefühl, Abend für Abend auf der Bühne in ausverkauften Arenen zu stehen?
Bino Engelmann: Es ist völlig abgefahren, das zu erleben. Dass so viele Menschen zu unseren Konzerten kommen, schon mittags anstehen, um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern, das ist der Wahnsinn. Und es ist natürlich total schön. Das ist der Traum eines jeden Musikers. Dafür sind wir alle unheimlich dankbar. Jedes Konzert für sich ist ein Highlight. Jeder Abend ist anders und besonders.
Frage: Joris’ Debütalbum „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ erschien im April 2015. Was hat sich seitdem verändert?
Engelmann: Bei der ersten Tour im Frühjahr 2015 haben wir vor bis zu 800 Leuten gespielt – das kam uns damals riesig vor. Im zweiten und dritten Teil der Tour wurden die Hallen immer größer. Es ist total verrückt, wie schnell sich das verändert hat. Wenn Joris Ansagen macht, kann man mal inne halten und den Blick schweifen lassen. Und dann so wie am vergangenen Wochenende in Gifhorn in der Abenddämmerung vor 30 000 Menschen zu stehen, das ist völlig irre. Beim ersten Teil der Tour waren wir im kleinen Sprinter unterwegs, jetzt im doppelstöckigen Nightliner. Manche Dinge verändern sich allerdings nicht: Untereinander haben wir als Band noch genauso ein tolles Verhältnis wie zu der Zeit, als uns noch niemand kannte.
Frage: Drei Echos, Platin für die Single „Herz über Kopf“, Gold für das dazugehörige Album. Musst Du Dich manchmal selbst kneifen, um den Erfolg zu realisieren?
Engelmann: Ja, schon. Diesen Aufstieg so komprimiert zu erleben, war krass. Dieses letzte Jahr hat Stoff für fünf Jahre geboten. Aber Joris ruht sich nicht auf Auszeichnungen aus, sondern ist ein echtes Arbeitstier. Wir proben ständig, um uns weiterzuentwickeln.
Frage: Ist das für Dich mehr Stress oder noch pure Freude?
Engelmann: Positiver Stress und viel Freude. Wir sind glücklich und dankbar, dass wir das erleben dürfen. Allerdings sind die Strecken, die man zurücklegt, der Wahnsinn. Am krassesten war das Wochenende mit dem Wetterchaos auf dem Southside- und Hurricane-Festival. Zu beiden sind wir angereist, ohne spielen zu können, ehe es dann weiter nach Österreich und zurück nach Hamburg ging. Ich war also von Freitag bis Montagfrüh 4000 Kilometer unterwegs, um dann letztlich auf dem Donauinselfest in Wien 45 Minuten zu spielen. Immerhin vor 100 000 Menschen, das war eine schöne Entschädigung.

Drei „Echos“, Platin und Gold

Der Erfolg: 2015 wurde die erste Joris-Single „Herz über Kopf“ der meistgespielte deutschsprachige Titel im deutschen Radio.

Joris Buchholz und seine Band mit dem Oldenburger Schlagzeuger Bino Engelmann erhielten Platin für 400 000 verkaufte Einheiten. Das Album „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ erlangte für über 100 000 Verkäufe Gold-Status. Zudem sicherte sich Joris den renommierten „Echo“ in gleich drei Kategorien: „Newcomer national“, Kritikerpreis und Radiopreis.

Zur Band gehören neben Drummer Bino Engelmann Bassist Tobias Voges, Keyboarder Constantin Krieg und Gitarrist Wolfgang Morenz. Das Quintett hatte sich an der Popakademie in Mannheim kennengelernt.

Frage: An diesem Wochenende seid ihr wieder in Österreich...
Engelmann: Genau, als einer der Headliner auf dem Poolbar-Festival in Feldkirch. Der August ist ziemlich voll gepackt. Es stehen noch größere Festivals wie „Chiemsee Summer“ und „N-Joy The Beach“ an. Bis Mitte September folgen dann noch eine Handvoll „Hoffnungslos hoffnungsvoll“-Open Airs. Das macht total viel Spaß. Mit drei Tourneen, zwei Festivalsommern und 160 Gigs haben wir das erste Joris-Album dann auch intensiv gespielt.
Frage: Magst du denn überhaupt noch „Herz über Kopf“ spielen, oder gibt’s Ermüdungserscheinungen?
Engelmann: Ich spiele „Herz über Kopf“ noch genauso gerne wie beim allerersten Mal. Wenn man merkt, dass der Song viele berührt, ist das etwas ganz Besonderes. Davon hab’ ich auf jeden Fall noch lange nicht genug.
Frage: Ist eine neue Platte in Arbeit?
Engelmann: Joris schreibt zwar zwischendurch an neuen Songs. Einen konkreten Termin, um ins Studio zu gehen, gibt es aber nicht. Die Erwartungshaltung ist vorm zweiten Album natürlich hoch, aber Joris ist sehr diszipliniert und fokussiert – da mache ich mir keine Sorgen. Erstmal genießen wir den Rest des Festivalsommers.
Frage: Neben vielen Glücksgefühlen gab es auch einen traurigen Tag in der Joris-Karriere: Ihr habt am 24. Juli beim Open Air in Ansbach gespielt, als später ein Selbstmordattentäter 15 Menschen verletzte. Wie hast Du das erlebt?
Engelmann: Wir waren da mit unserem Set schon durch. Das hat uns sehr getroffen. Wir haben uns gefragt, wie wir damit umgehen sollen. Die Stimmung beim ersten Konzert danach war auf jeden Fall anders. Aber wir haben uns entschieden, das positive Gefühl nicht kaputt machen zu lassen.
Frage: Bleibt noch Zeit, um Schlagzeug-Unterricht an der Musikschule der Stadt Oldenburg zu geben?
Engelmann: Ja, ich unterrichte tatsächlich noch zwei Tage die Woche, dienstags und mittwochs. Meistens sind das die Tage, an denen keine Konzerte sind. Das ist nicht immer einfach. Für die Tourneen musste ich Sonderurlaub beantragen. Ich hab’ das große Glück, dass ich mit Holger Denckmann einen super Chef habe, der weiß, dass das für das Renommee nicht blöd ist. Ich bin ein Kind dieser Musikschule. Ich bin dankbar für das, was ich hier mitbekommen habe. Solange das irgendwie funktioniert, gebe ich davon gerne etwas zurück. Es entstehen hier immer wieder tolle Sachen, da wachsen Super-Leute nach.
Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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