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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Hoffnung ruht auf Schulen

19.02.2019
Frage: Acht Jahre als Plattdeutschbeauftragter: Kann man sich danach einfach zurücklehnen und gucken, wie es weitergeht?
Wieting: Nein, sicher nicht. Ich bin ja weiter für das Plattdeutsche unterwegs, unter anderem als Vorsitzender des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst. Und wenn ich in Ganderkesee gebraucht werde, helfe ich gerne noch hier und da. Aber jetzt ist es mal Zeit für eine Veränderung, auch mit Blick auf das Amt: Es kann ja nicht schaden, wenn da mal eine andere Handschrift reinkommt.
Frage: In der Gemeinde Ganderkesee geschieht viel, um Platt in den Blickpunkt zu rücken. Darum kümmern sich aber vor allem Vertreter der mittleren und älteren Generation, die selber noch mit der Sprache aufgewachsen sind. Wer kümmert sich in der nächsten Generation?
Wieting: Ich hoffe sehr, dass es diese Leute geben wird. Es ist ja eine große Herausforderung, junge Menschen so für Platt zu interessieren, dass sie es auch weitergeben wollen und können. Ich glaube aber auch, dass es immer schwieriger wird, weil zuhause in den Familien nicht mehr Platt miteinander gesprochen wird.
Frage: Es kommt also auf den täglichen Gebrauch an, damit die Sprache nachhaltig erhalten bleibt?
Wieting: Das ist zwar keine Grundvoraussetzung. Aber es hilft natürlich sehr, wenn man die Sprache immer wieder hört.
Frage: Es ist nur wenig wahrscheinlich, dass in den folgenden Generationen noch zuhause Platt gesprochen wird...
wieting: Das ist so. Darum erhoffe ich mir am meisten Einfluss durch die Schulen. Plattdeutsch als Unterrichtsfach wäre eine gute Sache.
Frage: Da muss man aber wohl zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen unterscheiden, oder?
Wieting: Sicher, wir haben an jeder Grundschule in der Gemeinde Plattdeutsch-AGs und das Interesse an den Lesewettbewerben ist phänomenal. Aber es ist in der Tat sehr schwer, die Jugendlichen, die so viele andere Sachen auf dem Plan haben, zu erreichen.
Frage: Ina Müllers Slogan „Platt is nich uncool“ hilft bei dieser Altersgruppe auch nicht mehr weiter?
Wieting: Wenn ich mir unsere Jugendgruppe vom Niederdeutschen Theater anschaue, kann ich das nicht bestätigen. Das haben wir mehr als 20 Jugendliche, die total Spaß an Platt haben. Aber ansonsten lassen sich Jugendliche für ein bestimmtes Projekt wohl noch begeistern, aber wenn das vorbei ist, wenden sie sich wieder ab.
Frage: Wie schätzen Sie die Zukunft in, sagen wir mal, 30 Jahren ein: Wird hier 2050 noch Platt gesprochen?
Wieting: Es darf nicht so weit kommen, dass es dann nur noch heißt: Plattdeutsch? Da war doch mal was. Ich hoffe, dass es in 30 Jahren immer noch gesprochen wird. Dafür zu sorgen, ist die Aufgabe der Plattdeutsch-Beauftragten.
Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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