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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Imame sind manchmal überfordert“

13.10.2014
Frage: Erreicht man radikalisierte junge Menschen mit Weiterbildungsangeboten überhaupt?
Ucar: Menschen, die ihre Meinung bereits vorgefasst und verfestigt haben, erreichen wir mit unserem Projekt sicherlich nicht. Das ist aber auch nicht das Klientel, das wir erreichen wollen. Uns geht es um diejenigen, die das Potenzial haben, in extremistische Gruppen abzudriften, die sich aber noch unsicher sind. Die Bitte, hier Schulungsangebote zu machen, kommt übrigens aus den Moschee-Gemeinden selber. Wir begreifen uns nicht als Vorhut der Polizei oder des Verfassungsschutzes.
Frage: Sind denn die radikalisierten Jugendlichen überhaupt Mitglieder der Moschee-Gemeinden oder bewegen sie sich in anderen Zirkeln?
Ucar: Natürlich gibt es wenige Gemeinden, die auch solchen Menschen Rückendeckung bieten, aber das sind absolute Ausnahmen. Radikale Menschen bewegen sich meist außerhalb der Gemeinden. Dennoch führt der Weg in den Extremismus oft über die Moscheen. Es gibt eine Entscheidungsphase bei diesen jungen Menschen, bevor sie in diese radikalisierte Szene abdriften. Und an dieser Stelle möchten wir diese Menschen erreichen.
An diesem Punkt kommen auch Fragen an uns von den Imamen, denn die jungen Menschen gehen in die Gemeinden und haben Gesprächsbedarf, wollen sich austauschen. Das bekommen die Vorbeter auch mit. Aber meistens ist es so, dass sie mit dieser Situation überfordert sind. Wir wollen übrigens nicht nur ein Programm für Imame, sondern auch für anderes Betreuungspersonal. Es arbeiten dort ganz viele Frauen, die ehrenamtlich im pädagogischen und diakonischen Bereich tätig sind.
Frage: Ist es nicht schwer mit Menschen in einen Dialog zu kommen, die die westliche Demokratie grundlegend ablehnen?
Ucar: Wenn man sich für eine demokratische, plurale Gesellschaft einsetzt, erklärt man sich ja nicht automatisch mit allem einverstanden, was in dieser Gesellschaft geschieht. Kritik zu üben, ist legitim. Ich denke, man muss deutlich machen, dass unsere demokratische Grundordnung es gerade auch religiösen Menschen ermöglicht, ihren Glauben zu leben. Wir sehen ja im Moment beispielhaft in Syrien und im Irak, dass das von den religiösen Extremisten eben nicht ermöglicht wird.
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