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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Den Köchen nacheifern und besser werden

05.10.2018
Frage: Frau Jürgensen, wenn Unternehmen klagen, dass Sie keine Jugendlichen finden, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen – was fällt Ihnen dann als erstes ein?
Jürgensen: Das ist die Frage: Bieten diese Unternehmen wohl eine qualitativ gute Ausbildung? An diesem Punkt sollte man als Betrieb als erstes ansetzen. Und dann sollte möglichst auch bekanntwerden, was man bietet. Man muss als Ausbildungsbetrieb sein Image pflegen.
Frage: Das hat aber ja nur Sinn, wenn Substanz dahintersteckt.
Jürgensen: So ist es. Es gibt Branchen, deren Image nicht so gut ist, etwa im Gastgewerbe oder im Lebensmittelhandwerk, und dort sind tatsächlich einige Umstände – etwa überlange Ausbildungszeiten, unregelmäßige Arbeitszeiten – nicht so gut.
Frage: Der DGB hat ja wieder kürzlich im großen Stil Auszubildende befragt
Jürgensen: Ja, und dabei kamen wieder zahlreiche Negativ-Beispiele heraus. Also zum Beispiel viele Überstunden, ausbildungsferne Tätigkeiten oder auch Defizite in der Organisation der Ausbildung selbst. Daran müssen die Betriebe arbeiten, wenn sie Nachwuchs finden wollen. Ziel muss eine hohe Ausbildungsqualität sein.
Frage: Sind die Ausbildungsberufe eigentlich modern genug?
Jürgensen: Daran wird ständig in entsprechenden Gremien gearbeitet und die Berufsbilder und die Ausbildungsrahmenpläne überarbeitet. Es geht aber um mehr als etwa die zurzeit viel beschworene Digitalisierung von Berufen. Modern heißt auch: Die Ausbilder und die Berufschullehrer sind auf dem neuesten Stand der Technik, und sie können mit Jugendlichen umgehen, auf sie eingehen, sie wertschätzen. Modern ausbilden heißt zudem, auf die veränderten Vorstellungen und Wertigkeiten der heutigen Jugendlichen zu reagieren.
Frage: Da wäre zum Beispiel...
Jürgensen: ... die Vereinbarkeit von Ausbildung und Freizeit. Junge Menschen wollen planbare und verlässliche Rahmenbedingungen. Man möchte nicht immer zu Zeiten tätig sein, die Freunde oder Sportkameraden frei haben.
Frage: Die von Ihnen erwähnten Rahmenpläne für eine Ausbildung – werden die durchweg eingehalten?
Jürgensen: Keineswegs. Der Ausbildungsrahmenplan, die inhaltliche und zeitliche Gliederung, muss vom Betrieb in einem betrieblichen Ausbildungsplan übersetzt werden. Laut unserer Studie, haben ein Drittel der Befragten keinen betrieblichen Ausbildungsplan vorliegen. Die Einhaltung von elementaren Anforderungen wie einem Ausbildungsplan und der Umsetzung sind eigentlich das absolute Minimum. Jugendliche schauen aber oft noch auf viel mehr: auf Werte, Qualität, Arbeitszeiten, Vergütung und – ganz obenan – das Betriebsklima!
Frage: Alles zusammen ergibt ein Image. Können verrufene Branchen die Wende schaffen?
Jürgensen: Ja, das gibt es. Ein Beispiel sind die Köche. Diese Ausbildung war jahrelang quasi ein Schlusslicht. Jetzt zeigen Umfragen: Das hat sich gebessert. Grund ist: Betriebe haben ihre Ausbildung verbessert!
Frage: Das sollte anderen Mut machen.
Jürgensen: Klar ist: Es gibt viele kreative Ansätze, um Ausbildung – über die formalen Anforderungen hinaus – attraktiv zu gestalten. Das zeigt zum Beispiel auch der „Preis für Innovative Ausbildung“ der NWZ. Und so werden gute Beispiele auch bekannt! Dafür sorgen zusätzlich die Jugendlichen in ihren Netzwerken auch selbst. Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn sie unzufrieden sind.
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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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