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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Die Ideen springen mich an“

12.10.2018
Frage: Herr Schnoy, ist dies Ihr erster Besuch im Saterland?
Schnoy: Nachdem ich eben schnell noch „Saterland“ gegoogelt habe, kann ich antworten: Ja, es ist mein erster Besuch. Aber ich habe schon in Papenburg gespielt, Leer, Oldenburg, Cloppenburg – also schon eine Tour rund um das eigentliche Zentrum dieser Stätte gemacht: dem Saterland. Schön, dass es hier eine Europaschule gibt, wir brauchen viel mehr Feierliches für die guten Dinge. Europa ist wichtig und gut. Eine Europaschule sagt genau das.
Frage: Sie werden Ihr Programm „Dummikratie – Warum Deppen Idioten wählen“ vorstellen. Was verbirgt sich dahinter?

Oldenburger Gespräche 2018

Der Kolpingbezirk Saterland-Barßel und das Kolpingwerk Land Oldenburg laden für Sonntag, 28. Oktober, nach Strücklingen zum 21. Mal zur Veranstaltung „Oldenburger Gespräche 2018“ ein. Beginn ist um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg. Um 10 Uhr folgt ein Stehkaffee im Pfarrheim.

Nach der Begrüßung um 10.30 Uhr wird Kabarettist Sebastian Schnoy mit seinem Programm „Dummikratie – Warum Deppen Idioten wählen“ auftreten. Dabei handelt es sich um ein politisches Kabarett zur Herrschaft des Stumpfsinns und Gegenmaßnahmen. Es geht um die Macht der Bilder, Fake-News, Lügenpresse und Fremdenhass. Sebastian Schnoy liefert dabei politisches Kabarett ohne Zeigefinger.

Ab 11.15 Uhr gibt es zu diesen Themen dann einen Polit-Talk mit Schnoy, Bernd Busemann, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, und Anne von Döllen, stellvertretende Vorsitzende des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Die Moderation übernimmt Carsten Bickschlag, Leiter der NWZ-Redaktion in Friesoythe. Um 12.30 Uhr gibt es abschließend ein Essen.

A nmeldungen und Infos bis Sonntag, 14. Oktober, bei Hans-Dieter Hanekamp, Vorsitzender der Kolpingfamilie Strücklingen, unter Telefon   04498/709111, oder Hannelore Lücking, Vorsitzende des Kolpingbezirks Barßel-Saterland, unter Telefon   04497/8155.

Schnoy: Die Lust der Menschen auf einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Übrigens in allen politischen Lagern. Es wird viel über Rechtspopulismus diskutiert. Zu Recht, aber auch bei Linken, Liberalen und Konservativen gibt es viel Populismus, den schaue ich mir auch an. Wichtig ist dabei immer ein Weltbild mit „uns“ und „denen“, „wir“ und „die“. Wir gegen die Ausländer, wir gegen die Konzerne, wir gegen Brüssel. Aber wer definiert diese Gruppen? Leider haben Populisten viel Macht.
Der Ex-Außenminister von Großbritannien, Boris Johnson, soll dem italienischen Industrieminister damit gedroht haben, in England alle italienischen Restaurants zu schließen. Was könnten die Italiener tun? In Italien alle englischen Restaurants schließen?
Frage: Worauf können sich die Besucher freuen?
Schnoy: Mein Programm ist ein Parforceritt durch liebgewordene Unwahrheiten des Populismus’. Luther hat mal gesagt: „Man braucht sieben Lügen, um eine zu bestätigen.“ Treffender könnte man nicht benennen, was bei Fake-News passiert. Vor dem Brexit wurde so viel gelogen. Angeblich hat Brüssel 1990 probiert, in Großbritannien den Rechtsverkehr einzuführen. Übergangsweise nur für Lkw. Und ich verbinde gerne Kabarett mit Geschichte. Wissen Sie, welcher französische Herrscher gesagt hat: „Keiner meiner Leibwächter darf größer sein als 1,65 Meter?“ Die Auflösung sage ich am Ende des Interviews.
Frage: Woher bekommen Sie ihre Ideen?
Schnoy: Die Ideen springen mich an. Schauen Sie sich die Ereignisse im Emsland an. Die Bundeswehr steckt in einem Sommer, in dem wir alle monatelang kein Grillfeuer im Freien entzünden durften, das Moor in Brand, und dann sind 180 000 aktive Soldaten nicht in der Lage, den Brand zu löschen und alarmieren lieber die Freiwillige Feuerwehr in Meppen. Und die sind für die Verteidigung Deutschlands zuständig? Ich möchte alle zu dem Gedankenspiel anregen, ob es nicht eine gute Idee wäre, Russland in die Nato aufzunehmen. Die russische Besetzung der Krim verrechnen wir mit den illegalen Besetzungen der anderen Natomitglieder. Die Amerikaner, wie wir sie heute kennen, haben doch sogar ihr gesamtes Land besetzt, da wohnten vorher die Indianer.
Die deutsche Liste von Besetzungen ist besonders lang. Aber wenn alle Freunde werden, benimmt man sich in Zukunft vielleicht auch freundschaftlicher. Übrigens haben die Russen Dinge, die wir dringend brauchen: Hubschrauber, die auch fliegen können.
Frage: Sie stehen rund 130 Mal im Jahr auf der Bühne. Haben Sie überhaupt noch Lampenfieber?
Schnoy: Ich habe immer Lampenfieber, kann vor dem Auftritt nicht auf einem Stuhl sitzen und laufe hin und her, das nennt man wohl volle Konzentration. Ich mag großes und kleines Publikum. Vor 500 und mehr Zuschauern spielt man viel langsamer, aber ich mag auch das Tempo und bei einem kleinen Publikum kann man besser mit den Leuten sprechen – und das gehört zum Kabarett immer dazu. Große Angst habe ich auf Tour vor Hotels mit Tier- oder Pflanzennamen, also Hirschen und Eichen. Dort gibt es meist Fernseher mit Häkeldeckchen drauf, die noch das TV-Programm der DDR zeigen. Das hat sich in den alten Röhren verfangen und kommt nicht mehr raus.
Ich denke, es wird ein lustiger und engagierter Morgen. Beides gehört zusammen, denn Eintreten für die gute Sache sollte niemals bierernst daherkommen. Schon Paul Watzlawick wusste, dass niemand gefährlicher ist als der, der glaubt, die Wahrheit gefunden zu haben.
Die Lösung ist übrigens: Sarkozy.
Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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