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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Existenz des Staates Israel anerkennen“

28.09.2017
Frage: Herr Botschafter, die AfD zieht als drittstärkste Kraft in den Deutschen Bundestag ein. Wie groß ist die Sorge in Israel und bei den Juden in Deutschland über diese Entwicklung?

neuer Botschafter in Deutschland

Jeremy Issacharoff ist seit Ende August Israels neuer Botschafter in Deutschland. Der 62-Jährige war zuvor als Vize-Generaldirektor für strategische Angelegenheiten im Außenministerium in Jerusalem für Rüstungskontrolle und Terrorbekämpfung zuständig.

Issacharoff: Israel ist besorgt. Mitglieder der AfD haben sich wiederholt antisemitisch, beleidigend gegen das jüdische Volk und gegen Israel geäußert. Der Fraktionsvorsitzende Gauland drückte erst kürzlich seinen „Stolz“ über die Leistungen der deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkrieges aus. Dies passt nicht zusammen mit dem langen Weg, den die Bundesrepublik Deutschland gegangen ist, seitdem sie die Verantwortung für die Shoah und die besonderen Beziehungen mit Israel übernommen hat.
Frage: Alexander Gauland bekennt sich nicht zum Existenzrecht Israels als deutsche „Staatsräson“. Sehen Sie dadurch das deutsch-israelische Verhältnis belastet?
Issacharoff: Am Dienstag hat unser Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Kanzlerin Angela Merkel zu ihrem Wahlsieg gratuliert. Während des Telefonats drückte er seine Wertschätzung gegenüber Kanzlerin Merkel für ihre Unterstützung Israels aus. Das Telefonat hebt noch mal hervor, wie eng und stark die Beziehungen in allen Bereichen zwischen Israel und Deutschland sind.
Frage: Zeigt der Erfolg der AfD, dass Rechtsextremismus und Judenfeindlichkeit in Deutschland wieder salonfähig werden? Breitet sich der Antisemitismus nun weiter aus?
Issacharoff: Das Phänomen des Antisemitismus verfolgen wir sehr genau. Wir sind uns der antisemitischen Strömungen innerhalb der Gesellschaft bewusst. Sie sind besorgniserregend – egal aus welcher Richtung kommend. Andererseits ist die deutsche Gesellschaft dafür bekannt, dass sie sich in den vergangenen Jahren intolerant gegenüber solchen Phänomenen gezeigt hat. Ich hege keinen Zweifel daran, dass sie dies auch in Zukunft tun wird.
Frage: Was erwarten Sie von den anderen Parteien im Bundestag, wie sie mit der AfD umgehen sollen? Was müssen sie tun, um den Rechtspopulisten Einhalt zu gebieten?
Issacharoff: Ich beantworte diese Frage, wie unser Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in seiner Erklärung nach dem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel: Der Staat Israel ruft die neue Regierung dazu auf, die politischen Kräfte in Deutschland zu stärken, die ihre historische Verantwortung zur Existenz und Sicherheit des Staates Israel anerkennen.
Frage: Sehen Sie auch die Gesellschaft in der Pflicht, ein Zeichen gegen den Antisemitismus und den AfD-Vormarsch zu setzen?
Issacharoff: Wir sehen, dass der Kampf gegen Antisemitismus von der vergangenen Regierung unter der Führung von Kanzlerin Merkel sehr ernst genommen worden ist. Wir sind sicher, dass dies genauso weitergeht.
Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
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