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Gericht erlaubt geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid
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Aktualisiert vor 10 Minuten.

Urteil In Karlsruhe
Gericht erlaubt geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid

NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Kann man über Ängste lachen?

11.01.2019

Zur Person

Ingmar Stadelmann, Jahrgang 1980, kommt gebürtig aus Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und ist Comedian sowie Moderator.

Zu sehen und zu hören ist der Künstler unter anderem als Reporter für die ZDF-Satiresendung „heute-show“ und in mehreren Radiosendungen.

Zahlreiche Auszeichnungen hat Stadelmann bisher schon für seine Comedy-Auftritte erhalten, wie zum Beispiel den „RTL Comedy Grand Prix“ oder den „Deutschen Comedy Preis“.

Frage: Herr Stadelmann, welche Schlagzeile hat Sie in der letzten Zeit am meisten überrascht?
Stadelmann: Die Sterblichkeitsrate bei Selbstbefriedigung. Wussten Sie, dass in Deutschland jedes Jahr gut 100 Menschen bei Selbstbefriedigung ums Leben kommen? Da fragt man sich schon: Wie viel kann man dabei bitte falsch machen und wieso ergreift das Innenministerium im Sinne der Gefahrenabwehr da keine Maßnahmen? Selbstbefriedigung ist offensichtlich kein Thema für Seehofer.
Frage: Wie sind Sie auf den Titel Ihres aktuellen Programms „Fressefreiheit – Ein Meinungsstresstest“ gekommen?
Stadelmann: Im Prinzip ist jeder Gang ins Internet mittlerweile ein Meinungsstresstest. Ständig werden wir mit zig verschiedenen echten Ansichten und Meinungen konfrontiert von völlig fremden Menschen, zu denen wir keine echten Beziehungen haben. Ich bezweifle, dass unsere Gehirne dafür tatsächlich ausgelegt sind. Wie man am Rückzug von Grünen-Chef Habeck von Twitter und Facebook sieht, bin ich mit dieser Meinung nicht ganz alleine. Allerdings finde ich Flucht auch online den falschen Weg. Man muss die Demokratie da verteidigen, wo sie angegriffen wird! Und das ist derzeit online. Denn auch die Dummen wissen wie Social Media funktioniert! Irgendjemand hat es ihnen erklärt. Und dann reden die Dummen mit anderen Dummen und da werden die dann noch dümmer. Das kann man lesen. Bis man es nicht mehr lesen kann.
Frage: Welches Medium nutzen Sie am meisten, um sich über die Nachrichtenlage zu informieren?
Stadelmann: Ich denke, Twitter ist da ganz klar Nummer eins gerade. Dann ist es dem Tourneeleben geschuldet, dass auf der zwei schon das Radio bzw. der Deutschlandfunk folgen. Die spielen ja immer noch jede Nacht um 0 Uhr die Nationalhymne. Wie oft ich da schon ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich mich nicht erhoben habe. Bei 200km/h. Auf der linken Spur. Ich hoffe, Deutschland verzeiht mir!
Frage: Welche Themen waren Ihnen für Ihr Programm besonders wichtig?
Stadelmann: Ich wollte unbedingt über Ängste sprechen. Mir war nicht klar, wie ich das in einer Comedyshow hinbekommen soll. Bis ich angefangen habe einfach von meinen Ängsten zu sprechen. Danach ergibt sich mit dem Publikum meist ein reger Austausch über weitere Ängste. Am Ende lachen wir zusammen die Angst aus. Das ist befreiend. Insgesamt geht es bei Fressefreiheit um das wohlige Gefühl: So frei wie wir sind, so frei lachen wir! Wer nicht mehr lacht, ist nicht mehr frei!
Frage: Wie wichtig sind Ihnen Instagram, Twitter und Facebook?
Stadelmann: Ehrlich gesagt sind das für mich einfach sehr praktische Tools um Kontakt zu Themen und Fans zu bekommen. Und natürlich gegen die Langeweile. Wobei das schon etwas Sadistisches hat: Wenn einem langweilig ist, guckt man sich online die Highlights anderer Menschen an. Kein Wunder, dass zu viel Social Media depressiv macht.
Frage: Wie gehen Sie mit negativen Kommentaren im Netz um?
Stadelmann: Ich schreib einfach noch negativere Kommentare zurück. Ist eins meiner liebsten Hobbys geworden: Trolle trollen! Probieren Sie es aus!
Frage: Was waren bisher die witzigsten Momente, die Sie bei Ihrer Tour erlebt haben?
Stadelmann: Ich habe letztens auf Tour an einer Tankstelle auf der A2 jemanden getroffen, der sah aus wie Sebastian Pufpaff als Penner. Dachte ich zumindest. Bis ich feststellte: Das war Sebastian Pufpaff. Ich stieg aus so einer asozialen SUV-Schleuder und Pufpaff stieg in einen umgebauten Campingwagen. Dazu trug er Jogginghose und den Gesichtsausdruck „ukrainischer Truckerfahrer ignoriert seit 14 Stunden die gesetzlich vorgeschriebenen Pausenzeiten“. Als Ossi kann ich nur sagen: Man sollte wirklich langsam überlegen, in welche Richtung der Soli fließen muss.
Frage: Warum sollten Zuschauer Ihr Programm besuchen?
Stadelmann: Es ist Delmenhorst! Gibt’s an dem Abend irgendeine ernsthafte Alternative?
 Ingmar Stadelmann tritt mit seinem Programm „Fressefreiheit – Ein Meinungsstresstest“, am Samstag, 19. Januar, um 20 Uhr in der Divarena, Gustav-Stresemann-Straße 1, auf. Tickets ab 21 Euro und weitere Informationen gibt es direkt beim Veranstalter unter Telefon  04221/ 850 51 61.
Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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