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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Ein Backstop wäre fantastisch“

13.02.2019
Frage: Waren Sie schon mal im Grenzort Pettigo?
McCarthy: Oh ja, sogar sehr oft! Ein Ort, der durch einen Fluss getrennt ist: ein Teil im Süden, ein Teil im Norden Irlands. Viele Unternehmen sind getrennt durch die Grenze – nicht nur in Pettigo. Wenn wir in der Europäischen Gemeinschaft sind, ist das kein Problem. Aber nach dem Brexit kann es sehr kompliziert werden.
Frage: Wie ist die Stimmung an der inneririschen Grenze seit dem Brexit-Votum?
McCarthy: Die größte Sorge ist, dass es wieder eine Bürgerkriegssituation geben könnte. Als es das letzte Mal dazu kam, wurden über 3000 Menschen getötet. Zweitens sagen zwar alle Politiker, dass es keine harte Grenze geben wird – aber wir sind nicht sicher, was passieren wird. In der Vergangenheit gab es Grenzposten an der Brücke, bewacht von der Polizei und der Armee. Gerade die Menschen, die an der Grenze wohnen, sind sehr besorgt. Viele Menschen leben zum Beispiel auf der einen Seite, aber arbeiten auf der anderen. Auch viele Farmen befinden sich sowohl in Irland als auch in Nordirland.
Frage: Was würde der Brexit für Sie persönlich bedeuten?
McCarthy: Persönlich hätten ich oder meine Familie keine Probleme. Wir leben nahe Belfast, der nordirischen Hauptstadt. Allerdings überqueren wir oft die Grenze zu Irland – wir wollen nicht zu dem einstigen Zustand zurück, das wäre furchtbar. In der Vergangenheit war es wie in einer Kriegszone, wenn man die Grenze überqueren wollte, als wäre man in Libyen oder Syrien. Die Mehrheit der Nordiren votierte für den Verbleib in der EU, weil die Grenze so ein wichtiges, emotionales Thema war. Niemand wollte zur harten Grenze zurück.
Frage: Was wäre Ihrer Meinung nach das Beste, das passieren könnte?
McCarthy: Ich sage Ihnen was, was nicht viele Leute sagen: Die nordirischen Protestanten wollten damals größtenteils im Vereinigten Königreich bleiben. Die meisten Katholiken wollten in der Republik Irland bleiben. Nach dem EU-Beitritt wurde das praktisch irrelevant. Aber eine große Zahl der Protestanten wollte immer noch zum Vereinigten Königreich gehören. Momentan spricht man über einen Backstop. Wir Nordiren denken, das wäre fantastisch. Wir wären halb in der Europäischen Gemeinschaft und halb im Vereinigten Königreich, wir wären also in einer möglicherweise sehr guten Situation für Handelsgeschäfte. Sogar viele der Unionisten glauben, das wäre eine gute Lösung. Aber die radikalen Protestanten wollen das nicht.
Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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