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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Organspender geben Lebensjahre

16.02.2019
Frage: Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Thema Organspende?
Knud Linnert: Seit 2015 halte ich Vorträge. Schon seit 2011 war das Thema allerdings akut, aufgrund meiner Tochter. Sie ist im Januar 2013 lungentransplantiert worden (hat eine Spenderlunge erhalten, Anm. d. Red.). Durch die Mitgliedschaft bei Transplant-Kids halte ich nun Vorträge.
Frage: Warum hat Ihre Tochter ein Spenderorgan benötigt?
Linnert: Meine Tochter wurde zu früh geboren, sie wog bei ihrer Geburt nur 390 Gramm. Damals, 2001, gab es noch keine Lungenreife-Spritzen und durch die Beatmung hat sich die Lunge verändert. Einige Jahre ist dies gut gegangen, doch 2011 ist sie kollabiert. Der Druck auf die Lunge war zu hoch. Dies hat Schäden an Herz und Lunge hinterlassen. Die Situation hat sich so zugespitzt, dass im Sommer 2012 die Entscheidung getroffen wurde: Es führt kein Weg an einer Transplantation vorbei, es muss eine neue Lunge eingesetzt werden. Im Januar 2013 hat sie das Spenderorgan erhalten. Zum Glück mussten wir nur ein halbes Jahr warten.
Knud Linnert (48) aus Bollingen BILD: Manuela Wolbers

Der Verein Transplant-Kids

Der Verein Transplant-Kids hat viele Angebote und Workshops für betroffene Kinder und Jugendliche und deren Eltern. Die Mitglieder möchten den jungen Menschen helfen, wieder in den Alltag zurückzukehren.

Mehrmals im Jahr finden Familientreffen statt. Dort können sich die Kinder und Jugendlichen auch untereinander austauschen.

Mehr Infos zum Verein unter https://www.transplant-kids.de/

Frage: Reden Sie darüber auch in Ihren Vorträgen?
Linnert: In meinen Vorträgen rede ich auch darüber, wie es Menschen geht, die ein Spenderorgan benötigen. Ich möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es diesen Menschen akut schlecht geht. Dann erkläre ich den Ablauf einer Spende, von der Feststellung, dass ein irreparabler Hirnfunktionsausfall vorliegt – früher wurde dies Hirntod genannt – bis zur Transplantation. Meine Vorträge enden dann meistens mit einem Foto meiner Tochter. Ich möchte den Zuhörern zeigen, dass es Lebensjahre sind, die man den Menschen mit einer Organspende gibt.
Frage: Worum geht es Ihnen bei Ihren Vorträgen?
Linnert: Die Menschen sollen informiert sein und eine persönliche Entscheidung treffen. Jeder hat schon einmal von dem Thema gehört. Mir geht es darum, dass sie sich intensiv damit auseinersetzen und für sich einen Weg finden. In meinen Vorträgen möchte ich die Leute informieren und mit alten Unwahrheiten aufräumen. Das ist wichtig, bei solchen Themen.
Frage: Was für Unwahrheiten?
Linnert: Zum Beispiel, dass jemand zu alt sei oder wenn jemand sagt „Meine Organe wollt ihr sowieso nicht“. Es gibt aber keine Altersgrenze. Die älteste Spenderin, die ich erlebt habe, war über 90.
Frage: Und worüber reden Sie noch in Ihren Vorträgen?
Linnert: Meist beginne ich mit der Geschichte meiner Tochter. Dann geht es darum, was überhaupt transplantiert werden kann und welche Formen der Spende es gibt. Ich rede darüber, wie der irreparable Hirnfunktionsausfall festgestellt wird, über das Transplantationsgesetz und die Aufgaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Sie koordiniert den Ablauf, von der Entnahme der Organe bis zur Transplantation.
Frage: Was ist das Ziel Ihrer Vorträge?
Linnert: Mein Ziel ist es, dass sich die Leute intensiv mit Organspende auseinandersetzen und sich entscheiden – dafür oder dagegen. Mit einem Organspendeausweis gibt es auch mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel, dass jemand anderes für einen entscheidet. Das Problem ist, dass sich die meisten Leute bewusst nicht mit dem Thema auseinandersetzen. Der Tod ist ein schwieriges Thema.
Knud Linnert (48) aus Bollingen hält seit 2015 Vorträge über Organspende. Am Donnerstag, 21. Februar, ist der Rettungsassistent zu Gast beim Katholischen Bildungswerk Garrel. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Johannes-Haus, Pfarrer-Landgraf-Straße 1, Raum G1001. Die Eintritt ist frei.
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Manuela Wolbers Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
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