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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Interview: Potentiale noch besser nutzen

27.08.2018

Frage: Herr Scheele, seit Beginn des neuen Schuljahres leiten Sie das Jade-Gymnasium. Welche Ziele haben Sie sich für die ersten 100 Tage in diesem Amt gesteckt ?

SCheele: Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich unheimlich dankbar dafür bin, dass mir die Schule das Vertrauen schenkt, hier in verantwortlicher Position tätig zu sein. Die offene und herzliche Art und Weise, wie alle an dieser Schule Beteiligten mir begegnen, ist unglaublich schön und zeigt den Willen, in einem konstruktiven Dialog die eigene Schule zu entwickeln. In den ersten Tagen und Wochen kann es sicherlich in erster Linie nur darum gehen, die Strukturen und Abläufe, aber vor allem auch die Menschen, die diese außergewöhnliche Schule prägen, kennenzulernen. Eine realistische und nachhaltige Entwicklung von Schule funktioniert nur von innen heraus – in diesem Sinne geht es mir in der ersten Zeit darum, Stärken und Entwicklungspotentiale des Jade-Gymnasiums aus Sicht von Schülern, Eltern, Vorstand und Kollegium zu evaluieren.

Frage: Wie wollen Sie das Jade-Gymnasium für die Zukunft aufstellen ?

Scheele: Wichtig ist es sicherlich, die Schule so aufzustellen, dass sie den Herausforderungen gerecht wird, denen sich Bildung und Erziehung im Rahmen einer Vorbereitung des Einzelnen auf lebenslanges Lernen in einer vernetzten Welt ausgesetzt sehen. Dies bedeutet aber keine Abkehr von traditionellen Lehr- und Lernmethoden, sondern vielmehr eine Erweiterung des Spektrums, sodass die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, sich auf der Basis fundierter inhaltlicher und methodischer Fachkenntnisse der Werkzeuge zu bedienen, die sie zur kritischen Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt benötigen. Im Zentrum allen Handelns steht immer die Unterrichtsqualität.

Frage: Was werden die didaktischen Schwerpunkte des Jade-Gymnasiums für die nächsten Jahre sein ?

Scheele: Die große Stärke des Jade-Gymnasiums ist sicherlich das vertrauensvolle Miteinander in einem persönlichen Umfeld. Während allgemein die Tendenz zu immer größeren Bildungseinrichtungen mit hohen Schülerzahlen zu erkennen ist, ermöglicht ein kleineres System wie unsere Schule noch den Blick auf den Einzelnen. Wie bedeutend das Umfeld und das vertrauensvolle Verhältnis aller Beteiligten zueinander für den Lernprozess sind, haben zahlreiche moderne Studien gezeigt. Dementsprechend geht es in den nächsten Jahren darum, die Schule fit für modernes Lernen und Lehren zu machen und gleichzeitig den familiären Geist zu wahren, der uns von größeren Schulen abhebt.

Frage: Wo sehen Sie Ihre besonderen Chancen in der Leitung eines Gymnasiums in freier Trägerschaft ?

Scheele: In meiner Zeit an der Auslandsschule in Kolumbien habe ich erlebt, wie Schule sein kann, wenn Eltern, Lehrer und Schüler sich unmittelbar mit ihr identifizieren und an deren Gestaltung beteiligen. Dies habe ich auch bereits hier am Jade-Gymnasium so erfahren können. Mit dem Schulvereinsvorstand sind Eltern direkter an der Gestaltung von Schule beteiligt. Zugleich werden umständliche kommunikative und administrative Rahmenbedingungen, denen sich öffentliche Schulen aufgrund der komplexeren Verwaltungsstrukturen ausgesetzt sehen, vereinfacht. Die Entwicklung der Schule erfolgt also viel unmittelbarer und situationsgerechter im direkten Dialog der Beteiligten. Über die Trennung der Zuständigkeit des eher betriebswirtschaftlichen (Schulverein) vom unmittelbar schulischen Bereich (Schulleitung) wird dennoch die Unabhängigkeit des Lehrbetriebes gewährleistet, sodass bei zentralen Entscheidungen immer das Wohl der Schule als Gemeinschaft aller Beteiligten und nicht Interessen einzelner Personen im Vordergrund stehen.

Bei allem aber ist Schule eben auch immer Herzensangelegenheit, wie z.B. das starke ehrenamtliche Engagement ehemaliger Schülerinnen und Schüler in den Entscheidungsgremien der Schule zeigt. Gleichzeitig fällt auf, dass auch auf Seiten der Kolleginnen und Kollegen ein besonderes Maß an Identifikation mit der Schule zu beobachten ist. Daraus resultiert häufig ein persönlicheres Schüler-Lehrer-Verhältnis, als ich es aus vielen öffentlichen Schulen kenne. Während in öffentlichen Schulen der Unterricht und damit auch der einzelne Schüler häufig darunter leidet, dass Lehrerinnen und Lehrer immer häufiger mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt sind und deswegen weniger Zeit für den eigentlichen Kernbereich ihrer Tätigkeit haben, können wir im Rahmen der uns eingeräumten Freiräume versuchen, diese Verschiebungen zu minimieren. Darüber hinaus haben wir aufgrund der Unmittelbarkeit der Entscheidungsstrukturen die Möglichkeit, über Neuerungen und Erfordernisse, die in der politischen Diskussion an Schule herangetragen werden, bedarfs- und situationsgerechter zu entscheiden.

Frage: Mit welcher Entwicklung der Schülerzahlen ist am Jade-Gymnasium in den kommenden Jahren zu rechnen ?

Scheele: Wenn man die Entwicklung der Schülerzahlen als Ausdruck der Qualität der täglichen Arbeit begreift, bin ich davon überzeugt, dass sich die Schülerzahlen positiv entwickeln werden.

Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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